Naturschutz

Klage bei EU gegen Natura-2000-Aufhebung

Klage bei EU gegen Natura-2000-Aufhebung

Klage bei EU gegen Natura-2000-Aufhebung

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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Im Bereich der Tonderner Marsch will das Umweltministerium die Natura-2000-Gebiete verkleinern. Der Margrethenkoog bei Hoyer ist davon allerdings nicht betroffen Foto: Volker Heesch

Trotz Klage von Naturschutzverbänden verkündet das dänische Umweltministerium die Aufhebung von Natura-2000-Gebieten. Die Naturschutzverbände hoffen auf ein Einschreiten der EU.

Im Umwelt- und Nahrungsmittelministerium in Kopenhagen zieht sich die Initiative zur „Justierung“ der Abgrenzung der internationalen Naturschutzgebiete, die im Rahmen der gemeinsamen EU-Naturschutzpolitik als Natura-2000-Flächen bezeichnet werden, weiter hin.

„Wir rechnen mit einem Abschluss bis Weihnachten“, so der umweltpolitische Sprecher der Venstre-Folketingsfraktion, Erik Bonnesen. „Es wird dort auf Hochtouren gearbeitet“, fügte er hinzu. Wenige Tage bevor die mit Wirkung zum 1. November 2018 revidierten Karten und Listen mit den Natura-2000-Flächen veröffentlicht wurden, haben sämtliche Naturschutzverbände in Dänmark, aber auch Sportfischer, Tierschutzverein und Ökologischer Rat Klage gegen das Vorhaben der Regierung bei der EU-Umweltkommissarin Karmenu Vella eingereicht.

Während die Regierung zuletzt mit der Ankündigung, anstelle der fast 30.000 Hektar, bei denen sie den EU-Naturschutzstatus streichen möchte, gut 30.000 Hektar andere Flächen als Natura-2000-Flächen ausweisen möchte, reagiert hat, warnen die Naturschutzverbände vor großen Schäden, wenn beispielsweise im Bereich der Tonderner und Ripener Marsch Rastgebiete von bedrohten Vogelarten ihren Schutzstatus verlieren.

Die Naturschützer sind erbost, dass die Aufhebung des Natura-2000-Status mit dem Argument begründet wird, die Flächen hätten keine Naturschutzbedeutung. Dazu heißt es von den Naturschützern, bei den „wertlosen“ Natura-Flächen hätten es die dänischen Behörden versäumt, den Naturschutzerfordernissen nachzukommen. Während in Nordschleswig diversen Flächen der Schutzstatus entzogen werden soll, gibt es nur wenige Neunominierungen, beispielsweise in Wäldern um Apenrade. Die klagenden Verbände hoffen, dass die Kommissarin die dänischen Pläne stoppt.

Natura 2000: Naturschutz EU-weit

In den Natura-2000-Gebieten gelten strenge Naturschutzvorschriften der EU. Sie umfassen ein Fünftel der Landmasse der Union.
Die Natura-2000-Richtlinie von 1992 dient dem Erhalt aller wichtigen Lebensräume und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.

Die Richtlinie umfasst 1.500 Arten, die ausschlaggebend für eine Ausweisung eines Natura-2000-Gebietes sind.

In Natura-2000-Gebieten ist Bewirtschaftung zugelassen, die die Arten und Lebensräume nicht gefährdet.

In Dänemark sind nur 8 Prozent der Landfläche Natura-2000-Gebiete. Die Regierung plant zum Teil eine Aufhebung.

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