Region Süddänemark

Informationen über Patienten bei Untersuchungen oft nicht zugänglich

Informationen über Patienten bei Untersuchungen oft nicht zugänglich

Informationen über Patienten bei Untersuchungen oft nicht zugänglich

Vejle
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Foto: dpa

Ärzte und Patienten beklagen eine unzureichende Informationsweitergabe. Ein Grund dafür sind mangelhafte It-Systeme – die Region Süddänemark schaut sich bereits nach neuen um.

Hausärzten fehlen in fast jedem vierten Fall, Daten und Informationen über ihre Patienten. Bei den Krankenhausmedizinern ist das sogar bei jeder dritten Untersuchung der Fall. Die Folge ist, dass Patienten Informationen wiederholt angeben müssen. Das geht aus einer Analyse des IT-Instituts KMD hervor.

Doch nicht nur die Mediziner bemerken den Informationsmangel. Auch Patienten erleben es in zunehmendem Maße, dass behandelnde Ärzte nicht über Krankenverläufe, Behandlungen sowie vorherige Untersuchungen informiert sind, heißt es in dem KMD-Bericht.

Bei Menschen, die öfter in Kontakt mit dem Gesundheitswesen standen, steigt der Anteil der Patienten, die ihre Informationen immer wieder vortragen mussten, sogar bis auf 52 Prozent.

An den Patienten liegt es zumindest nicht, dass die Daten nicht zugänglich sind. Ein Großteil von ihnen erklärte, dass ihre persönlichen Informationen geteilt und vor allem dem Personal im Gesundheitsbereich zugänglich gemacht wird.

Schwerwiegende Konsequenzen

Das kann schwerwiegende Konsequenzen haben, so das Urteil der Patienten-Dachorganisation Danske Patienter. „Viele Patienten werden über mehrere Bereiche hinweg behandelt. Es gibt 1,2 Millionen Menschen mit mehreren Erkrankungen. Gerade bei ihnen ist es wichtig, dass das Personal in Praxen und Krankenhäusern Zugang zu allen Daten hat, um die beste Behandlung zu ermöglichen. Fehlt diese, kommt es zu Fehlern mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen für die Patienten“, sagte die Vorsitzende Camilla Hersom.

Das bestätigt die Analyse. Jeder dritte Arzt gab an, dass das Risiko einer verspäteten Behandlung oder eines Fehlers im Behandlungsverlauf zu schwerwiegenden Folgen für die Patienten führen kann.

„Die Analyse zeigt: Es ist nicht selbstverständlich, dass unsere Patientendaten dort zur Verfügung stehen, wo sie benötigt werden“, erklärt Mette Louise Kaagaard, Leiterin des KMD-Gesundheitsbereichs.

Fehlerhafte IT-Systeme

Als eine mögliche Ursache werden im Bericht die unzusammenhängenden elektronischen Systeme genannt, die im Patienten- und Krankenhausbereich verwendet werden. Dort werden alle Daten und Informationen gespeichert.

Die Region Süddänemark hat aus dem Grund kürzlich eine Ausschreibung herausgegeben, um einen neuen Lieferanten für ein zukünftiges elektronisches Patientenjournal zu finden. Das soll die Informationen leichter zugänglich und übersichtlicher machen, so die Hoffnung im Regionsrat, bei dem die Entscheidung dazu getroffen wurde.

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