Politik

Gesundheitsplan: Druck auf Løkke vor Präsentation

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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Staatschef Lars Løkke Rasmussen Foto: Philip Davali/Ritzau Scanpix

Vor der Präsentation des Gesundheitsplans von Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (V) steigt bei den berührten Institutionen und Politikern die Spannung. Ärzte und der Verband der Kommunen KL verlangen Mitbestimmung.

Bei den berührten Institutionen und Politikern steigt die Spannung vor der Präsentation des von Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (V) für die Tage nach den Herbstferien angekündigten Gesundheitsplans der Regierung. Während bisher vor allem über die erwartete Abschaffung der Regionen als eigenständiger politischer Instanz zur Lenkung des Krankenhauswesens diskutiert wurde, melden sich jetzt verstärkt Kommunen und Ärzteverbände mit Forderungen an den Regierungschef.

Beim Verband der Kommunen fordert man angesichts der vagen Angaben Løkke Rasmussens über 21 neue Gesundheitsgemeinschaften, die Krankenhäuser, Kommunen und praktische Ärzte enger verknüpfen sollen, präzise Angaben über finanzielle Konsequenzen. „Eine Gesundheitsreform, die den Kommunen mehr Aufgaben zuteilt, erfordert eine Ausgleichsreform“, so der Vorsitzend des Verbandes der Kommunen KL, Jacob Bundsgaard, gegenüber Politiken. Der Aarhuser Bürgermeister verweist auf das absehbare Problem, dass die von der Einwohnerschaft her unterschiedlich strukturierten Kommunen verschieden stark finanziell belastet werden, falls die Kommunen anstelle der Regionen mehr Zuständigkeiten im Gesundheitswesen erhalten.

Gesundheitsministerin Ellen Trane Nørby (V) hatte gegenüber gegenüber Altinget erklärt, dass die Reform der bisherigen Unsitte ein Ende bereiten solle, dass Ärzte, Kommunen und Krankenhäuser stets vor allem die eigenen Kassen im Auge hätten. Künftig sollte sich Zusammenarbeit mehr lohnen.

Beim Verband der Ärzte, Lægeforeningen, haben sich Chefärzte und Nachwuchsmediziner kritisch zu Wort gemeldet. Sie werfen dem Regierungschef vor, weder Ärzteschaft noch sonstiges Gesundheitspersonal in die Vorbereitung der Reform einbezogen zu haben.

„Ich bin besorgt, dass es bei der kommenden Reform mehr um die Form als um den Inhalt geht“, so die Vorsitzende des Verbandes der Chefärzte, Lisbeth Linz, und verweist auf Gerüchte, dass man sich vor allem mit den übergeordneten Strukturen befasse. Die Ärzte haben sich in Sachen Gesundheitsplan mit den Gewerkschaften des Pflegepersonals verbündet. Gemeinsam mahnen sie, dass bereits heute im Gesundheitswesen zu viel Stress herrsche.

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