Naturschutz

Freude bei Umweltschützern über baldiges Aus für Bleimunition in Dänemark

Aus für Bleimunition in Dänemark freut Umweltschützer

Aus für Bleimunition in Dänemark freut Umweltschützer

Kopenhagen
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Im vergangenen Jahr wurde ein Steinadler, einer der seltensten Greifvögel Dänemarks, völlig entkräftet gefunden. Er war durch Bleimunition vergiftet worden. Das Tier konnte gerettet werden. Foto: DOF / Søren Rostock

Nach dem Verbot von Bleischrot bereits im Jahr 1996 verständigen sich Umweltministerin Lea Wermelin (Sozialdemokraten) und der Jägerverband „Danmarks Jægerforbund“ auf Jagdmunition ohne Schwermetallgehalt. Der dänische Vogelschutzverband DOF reagiert mit Freude auf baldiges Ende der Belastung der Umwelt durch jährlich zwei Tonnen Blei.

Dänemark übernimmt bei der Durchsetzung von Umweltschutz in der Jagd erneut eine Vorreiterrolle. Nachdem bereits 1996 der Einsatz von Bleischrot verboten wurde, die schwermetallhaltigen Körner vergifteten vor allem Wasservögel, steht jetzt auch ein Ende des Einsatzes von Bleimunition in allen übrigen Jagdwaffen bevor. Bis 2023 wird Bleimunition aus dem Verkehr gezogen.

Umwelt wird entlastet

Damit findet die Belastung der Umwelt durch jährlich zwei Tonnen Blei ein Ende. „Blei ist ein Schwermetall, das nichts in unserer Natur oder den Nahrungsketten zu suchen hat“, so Umweltministerin Lea Wermelin (Sozialdemokraten), die ein Totalverbot von Bleimunition in Abstimmung mit dem dänischen Jägerverband „Danmarks Jægerforbund“ auf den Weg gebracht hat.

„Dänemark ist das erste Land weltweit, das Blei auch bei Munition für Jagdgewehre verbietet“, so Wermelin und die an das Aus für Bleischrot vor 24 Jahren in Dänemark erinnert. Erst vor wenigen Wochen haben sich die EU-Umwelt- und Agrarminister auf ein Verbot von Bleischrot verständigt. Allerdings nur im Bereich von Gewässern und Feuchtgebieten. Beim dänischen Jägerverband war bereits seit Jahren nach Alternativen für Bleimunition gesucht worden. Das gegenüber Eisen deutlich schwerere Blei galt in Munition lange als unersetzlich, um eine jagdgerechte Tötung des Wildes beim Abschuss zu garantieren. Blei aus der Munition kann auch schädlich beim Verzehr des Fleisches aus der Jagdbeute sein. Rund 200.000 Tiere werden in Dänemark jährlich von Jägern erlegt.

Erforderlich ist eine Änderung der Richtlinien für Waffen und Munition, bevor die umweltfreundliche Neuerung in Kraft tritt. Es wird auch daran gearbeitet, dass die bleifreie Munition die Jagdwaffen nicht ruiniert. EU-Vorschriften sind für den dänischen Alleingang kein Hindernis, so das Umweltministerium.

Vogelschützer freuen sich

Beim dänischen Vogelschutzverein „Dansk Ornitologisk Forening“ (DOF) herrscht große Freude über das bevorstehende Aus für Bleimunition. Vogelschützer haben immer wieder kranke oder tote Vögel gefunden, die durch Blei aus Munition vergiftet worden sind. Dazu zählen auch seltene Arten wie der Steinadler und andere Greifvögel, die zuweilen erlegtes Wild verzehren und dabei Munitionsteile verschlucken.

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