EU-Gipfel

Frederiksens erster Auftritt auf der großen Bühne

Frederiksens erster Auftritt auf der großen Bühne

Frederiksens erster Auftritt auf der großen Bühne

cvt/Ritzau
Brüssel
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Mette Frederiksen
Mette Frederiksen am Sonntag in Brüssel Foto: John Thys / AFP / Ritzau Scanpix

Dänemarks neue Regierungschefin ist nach Brüssel gereist, um für Margrethe Vestager zu werben. Die Dänin gilt vor dem EU-Gipfel am Sonntag als möglicher Joker im Ringen um den Posten als EU-Kommissionspräsidentin.

Dänemarks neue Regierungschefin ist nach Brüssel gereist, um für Margrethe Vestager zu werben. Die Dänin gilt vor dem EU-Gipfel am Sonntag als möglicher Joker im Ringen um den Posten als EU-Kommissionspräsidentin.

„Wir werden für Margrethe Vestager kämpfen“, sagte die neue dänische Regierungschefin, Staatsministerin Mette Frederiksen, am Sonntag über die bisherige Wettbewerbskommissarin aus Dänemark, die auch der kommenden Kommision angehören will – am liebsten an der Spitze.

„Es geht sowohl um europäische Interessen als auch darum, die dänischen Interessen zu stärken. Deshalb muss ich es schnell hinter mich bringen, die neue in der Klasse zu sein und dann tun, was ich kann, damit die dänischen Interessen bestmöglich wahrgenommen werden“, so die Sozialdemokratin Frederiksen.

Auch Løkke im Gespräch

Doch nicht nur Margrethe Vestager von der sozialliberalen Radikalen Venstre ist in Brüssel ein Thema. Auch Dänemarks jüngst abgewählter Ex-Regierungschef Lars Løkke Rasmussen von der rechtsliberalen Partei Venstre wird als Kandidat für einen Kommisionsposten gehandelt – vielleicht sogar den an der Spitze.

Pikant: In Brüssel und Straßburg sitzen die Europaparlamentarier von Radikale Venstre und Venstre in derselben (liberalen) Fraktion – während sie sich in Dänemark politisch unterschiedlichen Lagern zuordnen.

Weil Vestager ins „rote“ Lager gehört, will sich Frederiksen denn auch für sie – und nicht Løkke – einsetzen. Dies tut dem Vernehmen nach auch weiterhin Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Gerüchte besagen allerdings, dass sich die Regierungen Deutschlands, Frankreichs, Spaniens und der Niederlande bereits hinter den Kulissen auf eine Verteilung der Posten geeinigt hätten. In diesem Szenario wird der niederländische Sozialdemokrat Frans Timmermans Kommissionspräsident.

Kein Dilemma für die Sozialdemokratin Frederiksen, sagt sie. Denn eine dänische Vertreterin in der EU-Kommission sei des Kämpfens wert, ungeachtet der Partei.

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