Gesundheit

Fluoride verbieten: Minister wartet nicht

Fluoride verbieten: Minister wartet nicht

Fluoride verbieten: Minister wartet nicht

jt
Kopenhagen
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Foto: Evelyn/Unsplash

In Zukunft sollen Fluoride von Pizzakartons, Backformen und dergleichen verbannt werden. Das meint der dänische Nahrungsmittelminister, der nun ein Verbot ohne EU-Genehmigung prüft.

Wenn Produkte wie Backformen, Einwegteller und Brotpapier Wasser gut abweisen können, dann liegt es womöglich an Fluoriden. Diese sind laut mehreren Forschern und Organisationen äußerst gesundheitsschädlich, weshalb die neue Regierung in Dänemark diese schnellstmöglich in Essensverpackungen verbieten möchte, berichtet die Tageszeitung „Politiken“.

„Wir haben festgestellt, dass Fluoride das Risiko an Krebs zu erkranken erhöht. Ich kann es nicht zulassen, dass diese Stoffe von der Verpackung unser Essen womöglich verseucht. Deshalb will ich Fluoride in Essensverpackungen verbieten“, erklärt der Nahrungsmittelminister, Mogens Jensen (Sozialdemokraten). Er erwartet, dass die EU ein solches Verbot auch einführen wird.

Dänemark habe seit Längerem versucht, die EU auf die Problematik hinzuweisen und ein generelles Verbot einzuführen – ohne Erfolg. „Jetzt werde ich ein Verbot in Dänemark durchboxen. Hoffentlich wird dies als Grundlage für die gesamte EU dienen“, so Jensen gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau.

750 bis 1.250 Menschen im Norden Europas sollen, laut einem im März vorgelegten Bericht des nordischen Ministerrates, aufgrund von Fluoriden jährlich sterben. Jensens Vorgänger im Amt des Nahrungsmittelministers, Jakob Ellemann-Jensen (Venstre), hatte ein ähnliches Verbot und auch einen Alleingang ohne die EU geprüft.

Deshalb ist es nicht schwer, das Folketing von einem solchen Verbot zu überzeugen, meint die Venstre-Sprecherin für Nachhaltigkeit, Marie Bjerre. „Ein Verbot von Fluoriden in Essensverpackungen hatten wir schon im Februar vorgeschlagen. Selbstverständlich soll ein solches Verbot genehmigt werden“, so Bjerre.

Gegen Alleingang

Beim Wirtschaftsverband Dansk Erhverv hofft der umweltpolitische Chef, Jakob Lamm Zeuthen, dass die EU einen Alleingang Dänemarks verhindern wird. „Bei den internationalen Handels-Verbindungen kann ein nationales Gesetz in Dänemark diese Stoffe nicht regulieren. Wir müssen die EU-Gesetze in diesem Bereich unterstützen und nicht mit einem Alleingang unterlaufen“, so Leuthen zu Ritzau.

Er ist der Meinung, dass ein EU-Gesetz, das nicht nur fünf Millionen, sondern 500 Millionen Einwohner schützt, die bessere Lösung sei.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Augen zu und durch“