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DF-Basis will eine EU ohne Dänemark

DF-Basis will eine EU ohne Dänemark

DF-Basis will eine EU ohne Dänemark

cvt/Ritzau
Herning
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Parteitag der Dänischen Volkspartei in Herning. Foto: Scanpix

Auf dem Parteitag der Dänischen Volkspartei (DF) ist am Sonntag nicht nur über Ausländerpolitik – sondern auch über die EU gesprochen worden. Die Parteibasis will raus – die Parteiführung erstmal abwarten, wie es den Briten ergeht.

Wenn es nach zahlreichen Lokalpolitikern der nationalkonservativen Dänischen Volkspartei geht, dann würde Dänemark den Briten so schnell wie möglich aus der EU folgen. Es würde „Sinn ergeben, sich an Großbritannien zu orientieren und eine Zusammenarbeit mit ihnen zu bekommen“, sagte zum Beispiel Knud Ahrnkiel aus dem Stadtrat von Kerteminde. Er würde es für gesund für die dänische Demokratie halten, wenn das Land die EU verlassen würde. „Unsere Mitgliedschaft in der EU ist nicht gesund für die Dänen und die Kultur der Dänen. So wie die EU zusammengesetzt ist, das ist ein undemokratischer Prozess. Es ist eine Überherrschaft“, so Ahrnkiel.

Auf eine Ritzau-Umfrage zum Thema haben 109 Lokal- und Regionspolitiker der Partei geantwortet. 84 von ihnen wollen, dass Dänemark die EU verlässt, acht sind dagegen, 17 waren unentschieden. Die Regionsratsabgeordnete Birgit Holse aus Seeland etwa meint, dass „unsere Gesetzgebung nicht von der EU aus gesteuert werden kann, wir müssen unsere eigene Gesetztgebung haben dürfen“, sagt sie. „Gemeinsamer Handel ist fein, aber dass wichtigste für mich ist, dass wir selbst bestimmen können“, so Holse weiter.

DF-Chef Kristian Thulesen Dahl hält sich in der Frage bisher zurück. Er wolle erst sehen, wie der Brexit sich entwickelt, sagt er. Dann sollten die Dänen in einem Volksentscheid abstimmen.

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