Entwicklungshilfe

Dänemark reagiert auf Homophobie in Tansania

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Entwicklungsministerin Ulla Tørnæs Foto: Ólafur Steinar Gestsson/Ritzau Scanpix

Im muslimisch geprägten Tansania sollen Homosexuelle verfolgt werden. Das veranlasst nun die dänische Entwicklungsministerin, am Geldhahn zu drehen.

Nachdem ein Gouverneur im ostafrikanischen Staat Tansania angekündigt hatte, homosexuelle Menschen strafrechtlich verfolgen zu lassen, will Entwicklungshilfeministerin Ulla Tørnæs 65 Millionen Kronen Hilfe für das Land zurückhalten. Dies gab sie am Mittwoch im Folketing bekannt. Die negative Entwicklung des Landes bereite ihr Sorgen, so die Ministerin. Die Achtung der Menschenrechte habe in der dänischen Entwicklungshilfe eine hohe Bedeutung; sie enthielten auch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung dürfe es nicht geben, so Tornæs.

Eine Reihe von Freiheitsrechten seien in Tansania unter Druck, sagte die Ministerin. Deshalb müsse Dänemark sein Engagement dort überprüfen. Die Ministerin hat den Botschafter Tansanias zu einem Gespräch geladen und will Ende November mit ihren EU-Amtskollegen darüber sprechen, wie das Land zukünftig unterstützt werden soll. Teile der finanziellen Unterstützung will Tørnæs nun umverteilen. 40 Millionen Kronen sollen an Organisationen vor Ort gehen, die sich um das Einhalten der Menschenrechte bemühen.

Wer homosexuelle Partnerschaften in Tansania eingeht, riskiert bis zu 30 Jahre Gefängnis. Das Land hat im vergangenen Jahr 349 Millionen Kronen aus Dänemark erhalten – der zweithöchste Entwicklungshilfebetrag Dänemarks. Der genannte Gouverneur steht laut Danmarks Radio zu seiner Aussage.

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