Ehemaliger Regionschef

Carl Holst verlässt Politik

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Kopenhagen
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Carl Holst
Carl Holst (links) im Gespräch mit Lars Løkke Rasmussen. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Der ehemalige Verteidigungsminister und Vorsitzende der Region Süddänemark, Carl Holst, will nicht erneut für das Folketing kandidieren. Er bereue nichts, sagt der Venstre-Politiker.

Carl Holst wird nicht wieder fürs Folketing kandidieren. Er wolle mehr Zeit für die Familie haben, sagte er am Donnerstag der Tageszeitung Avisen Danmark. Er bereue nichts und es sei ihm heute möglich, Positives an dem medialen Gewitter zu sehen, das zu seinem Sturz als Verteidigungsminister geführt hat, sagt er.

„Ich möchte ein Leben haben, wo ich ein besseres Gleichgewicht zwischen Arbeitsleben, Familienleben und Freundschaften habe“, so Holst zu Danmark. Er bereue nichts und habe seine Entscheidungen bewusst getroffen, sagt Holst. Er habe sich nun dafür entschieden, ein Leben außerhalb des Öffentlichen zu führen.

Derzeit ist Holst sozial- und kirchenpolitischer Sprecher der Venstre-Fraktion im Folketing. Diesen Posten will er bis zum Ende der Legislaturperiode weiter bekleiden.

2015 wurde Holst Verteidigungsminister – und blieb dies für 93 Tage. In sein Amt hatte er eine Reihe von Fällen aus seiner Zeit als Vorsitzender des Regionsrates der Region Süddänemark genommen. Unter anderem war ihm eine Abfindung für sein Ausscheiden als Regionsratsvorsitzender gezahlt worden, während er sein Ministergehalt bezog. Zunächst weigerte er sich, das Geld abzulehnen, nach öffentlichem Druck verzichtete er teilweise auf die Mittel.

Zudem wurde er beschuldigt, einen von der Region beschäftigten Mitarbeiter für seinen persönlichen Folketings-Wahlkampf eingesetzt zu haben. Dies hätte den Missbrauch von Steuergeld bedeutet. Im vergangenen Herbst entschied der Regionsrat, keine Schadenersatzklage einzuleiten.

Unter dem Druck dieser Fälle entschied sich Holst dazu, seinen Ministerposten aufzugeben. Doch heute sieht er die Geschichte laut Danmark positiv: „Ich war in einer Situation, in der es mir nicht gut ging. Es war unangenehm und schrecklich, aber die Voraussetzung dafür, zu beurteilen, ob es einem gut geht, ist, dass man erlebt hat, dass es einem nicht gut ging. Und glaube mir, ich kann hervorragend beurteilen, dass es mir gut geht.“

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