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Brexit: Løkke will „friedliche Scheidung“

Brexit: Løkke will „friedliche Scheidung“

Brexit: Løkke will „friedliche Scheidung“

ritzau/swa
Kopenhagen/Brüssel
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Ankunft in Brüssel: Theresa May Foto: Yves Herman / Ritzau Scanpix

Wieder einmal tickt die Uhr. Sollten die EU-Regierungschefs sich am Mittwoch nicht einigen, droht ein harter Brexit in der Nacht von Freitag auf Sonnabend, was der dänische Regierungschef vermeiden will.

Er gehe mit einer flexiblen Einstellung ins Treffen – so Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (V) kurz vor dem Treffen mit Großbritanniens Premierministerin Theresa May am Mittwochabend. May war am Mittwoch nach Brüssel gekommen, um mit den Regierungschefs der EU über den Brexit zu sprechen – und die Frage zu klären, wann die Briten austreten.

„Ich möchte dazu beitragen, dass wir eine friedliche Scheidung durchführen können“, so Løkke, bevor die 27 Regierungschefs zu entscheiden hatten, wie man mit Großbritanniens Austritt verfährt.

Macron: Noch ist nichts entschieden

Dass die EU dem Wunsch der Briten nach einer Verlängerung nachkommen, galt am Abend als wahrscheinlich. Doch noch sei nichts entschieden, so Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der einer „langen Verhandlungsnacht“ entgegenblickte.

Laut Plan verlässt Großbritannien am Freitag um 23 Uhr Londoner Zeit die europäische Union, es sei denn, Europas Regierungschefs beschließen etwas anderes. Die britische Premierministerin Theresa May hatte Løkke gebeten, den Brexit auf den 30. Juni zu verschieben.

Geht es nach EU-Präsident Donald Tusk, soll der Austritt maximal um ein Jahr verschoben werden. Løkke bezeichnet diesen langen Zeitraum als „nicht unproblematisch“; Tusk will damit wiederholte Treffen und Diskussionen um Aufschübe vermeiden.

Die EU hat den Briten bereits einmal Aufschub gewährt; ursprünglich war der Brexit für den 29. März vorgesehen.

Zoll mit Brexit-Hotline

Unterdessen bereitet sich der dänische Zoll auf einen möglichen Brexit Freitagnacht vor, sollte es am Mittwoch nicht zu einer Einigung in Brüssel kommen. Der Zoll wird seine Brexit-Hotline für Unternehmen in der Nacht von Freitag auf Sonnabend offenhalten.

Es könne sein, dass es in der Nacht vom 12. zum 13. April Unternehmen gebe, bei denen bei einem „no deal“ Fragen aufkämen, so Zolldirektorin Maren Holm Jakobsen. Sie befürchte zwar kein Chaos, doch wolle der Zoll dänischen Unternehmen soweit wie möglich helfen. Die Behörde hat wegen des Brexits 40 Mitarbeiter zusätzlich angestellt.

Der Zoll rechnet mit einem Arbeitsplus von 15 Prozent nach einem Brexit und einem Handel auf jetzigem Niveau.

Schwerer Gang: Theresa May am Mittwochabend in Brüssel Foto: Susana Vera / Ritzau Scanpix
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Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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