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Bestnoten für dänische Bewerbung für die EU-Arzneimittel-Agentur

Bestnoten für dänische Bewerbung für die EU-Arzneimittel-Agentur

Bestnoten für dänische Bewerbung für die EU-Arzneimittel-Agentur

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Foto: Mona Eendra/Unsplash

Die EU-Kommission hat am Sonnabend einen Überblick über die 19 Bewerbungen für den neuen Standort der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht. Der Brexit macht den Umzug aus London nötig. Kopenhagen werden gute Chancen zugesprochen.

„Wir stehen wahnsinnig stark da. Wenn es objektive Kriterien wären, läge die Arzneimittelagentur schon heute in Kopenhagen. Doch jetzt geht das politische Spiel los“, sagt Mie Rasbech, gesundheitspolitische Chefin des Arbeitgeberverbandes DI. Sie reagiert auf eine Veröffentlichung der EU-Kommission, in der diese einen Überblick über die 19 europäischen Bewerber für den künftigen Sitz der Europäischen Arzneimittelagentur gibt, die London wegen des Brexits verlassen soll.

Der nun veröffentlichte Überblick ist ein Schritt auf dem Weg zur Entscheidung. „Er folgt dem Entschluss der Mitgliedsstaaten, dass die Kriterien nicht gewichtet werden sollen und stellt also keine Rangliste irgendeiner Art da“, schreibt die EU-Kommission.

Was für Dänemark spricht

Der Überblick listet Punkt für Punkt auf, was Dänemark bezüglich der gestellten Kriterien zu bieten hat. Unter anderem bietet Dänemark ein Gebäude, das den Anforderungen entspricht und es gibt Direktverbindungen in alle EU-Hauptstädte mit Ausnahme von Bratislava. Das vorgesehene Gebäude in Ørestad bietet öffentlichen Transport zum Flughafen in Abständen von vier bis 30 Minuten. Zudem gibt es Kinderbetreuungsangebote, Schulen und es ist eine Jobvermittlung für die Familienmitglieder der Agenturmitarbeiter geplant. Dänemark hat in seiner Bewerbung überdies einen Plan vorgelegt, wie der Betrieb der Agentur im Zuge eines Umzugs kontinuierlich fortgeführt werden könnte.

Vergabe wird auch eine politische Entscheidung

„Dänemark steht bei den objektiven Kriterien gut da“, sagt Dorte Sindbjerg Martinsen, Politikwissenschafts-Professorin an der Uni Kopenhagen. „Da liegen wir, meine ich, an der Spitze. Aber letztlich ist das nicht allentscheidend“, sagt sie, denn „es geht auch um Politik“.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA ist für die Zulassung neuer Arzneien zuständig und überprüft bereits zugelassene Medikamente. Rund 900 Mitarbeiter arbeiten für die EMA, 3.000 weitere Experten arbeiten extern für die Agentur.

Die 19 Bewerber

Amsterdam, Niederlande
Athen, Griechenland
Barcelona, Spanien
Bonn, Deutschland
Bratislava, Slowakei
Brüssel, Belgien
Bukarest, Rumänien
Kopenhagen, Dänemark
Dublin, Irland
Helsinki, Finnland
Lille, Frankreich
Mailand, Italien
Porto, Portugal
Sofia, Bulgarien
Stockholm, Schweden
Malta
Wien, Österreich
Warschau, Polen
Zagreb, Kroatien

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