Entbürokratisierung

Beifall für Reformkonzept

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Nibe/Kopenhagen
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Sophie Løhde
Sophie Løhde Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Die Spitzen der dänischen Gewerkschaften begrüßen das Entbürokratisierungskonzept der Regierung. Die Gymnasien erwartet mehr Spielraum. Das Sparpotenzial wird jedoch angezweifelt.

Innovationsministerin Sophie Løhde (Venstre) hat bei der Vorstellung des umfangreichen Konzeptes einer Zusammenhangsreform, erstes Ziel ist die Entbürokratisierung des öffentlichen Dienstes, unterstrichen, dass man die Neuerungen nicht als Kritik an den vielen Beschäftigten in den öffentlichen Einrichtungen auffassen solle.

„Wir haben in Dänemark in vielen Bereichen eine sichere und gute Wohlfahrt“, so die frühere Gesundheitsministerin, die erneut unterstrich, dass es bei den Reformen nicht um Einsparungen gehe, sondern Verbesserungen, die beispielsweise in der Altenpflege dem Personal mehr Zeit gewähre, sich mit den älteren Menschen zu befassen, statt sich dem Papierkrieg widmen zu müssen.

Beifall erhielt die Regierung von Seiten der Gewerkschaft FTF, die zahlreiche Beschäftigte im öffentlichen Dienst repräsentiert. Die FTF-Vorsitzende Bente Sorgenfrey meinte, es sei zu begrüßen, dass die Regierung der fachlichen Kompetenz des Personals mehr Freiraum geben wolle. „Jahrelang wurde die fachliche Qualität durch Messungen, immer neue Konzepte und Dokumentationspflichten unter Druck gesetzt“, so Sorgenfrey. Vieles sei sinnlos gewesen.

Die Vorsitzende der leitenden Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in der Gewerkschaft Djøf, Hanne Fugl Eskjær, begrüßte ebenfalls die Entbürokratisierungsankündigungen. Besonders die Dokumentationsflut, die anfangs gut gemeint war, stehle den Mitarbeitern heute viel Zeit.

Zweifel an Einsparpotenzial

Positiv waren auch die Reaktionen von der Gewerkschaft HK. Die Vorsitzende der Sparte HK Kommunal, Bodil Otto, rät den Politikern, vor allem die Mitarbeiter aus der Praxis bei der Entbürokratisierung zu Rate zu ziehen. Deshalb sei es positiv, dass Innovationsministerin Sophie Løhde Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes und deren Organisationen zur Beteiligung eingeladen hat. Sie äußerte sich skeptisch zur Ankündigung, dass vier Milliarden Kronen im Zuge der Reform bis 2022 erwirtschaftet werden können.

Die Vorsitzende des Verbandes der dänischen Gymnasien, Birgitte Vedersø, begrüßt die Reformankündigungen, da jetzt Aussicht darauf bestehe, dass die Gymnasien ihre Bildungsangebote freier gestalten können. Auch werde es möglich, berufsorientierte Angebote zu schaffen.

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