Umwelt und Natur

Ankauf stößt auf Kritik

Ankauf stößt auf Kritik

Ankauf stößt auf Kritik

hm/Ritzau
Kopenhagen/Tondern
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Auch das Wattenmeer gehört zu den Natura 2000-Flächen. Foto: JT

2017 erwarb der dänische Staat 70 Hektar Land. Naturschützer bemängeln Wegfall von Natura 2000-Flächen.

Mit dem Kauf von acht Flächen im Land will das Umwelt- und Nahrungsmittelministerium bessere Bedingungen für heimische Natur schaffen. Der Bestand bedrohter Arten, die in einzigartigen Naturarealen leben, soll gestützt werden. Der Flächenerwerb kommt beispielsweise dem Wachtelkönig (engsnarre) in der Tonderaner Marsch zugute.

Im zu Ende gehenden Jahr kaufte der Staat knapp 70 Hektar Land. Diese Ankäufe sind Teil des Naturpakets 2016, über das sich die bürgerlichen Parteien verständigten. Der Flächenerwerb wird finanziert durch den Verkauf von Gebäuden und Flächen der Naturverwaltung. Deren Büroleiter Mads Jensen ist der Meinung, dass auch Ankäufe kleiner Flächen sinnvoll seien. „Der Kauf von drei Hektar kann dazu beitragen, die Natur auf den 30 Hektar nebenan zu verbessern“, erläutert Jensen. So sieht es auch der zuständige Minister Esben Lunde Larsen (Venstre), der darauf hinweist, dass die Dänen mit dem Kauf mehr und größere, frei zugängliche Naturschutzflächen erhalten.

Allerdings kündigte der Minister vor einigen Monaten an, 280 Quadratkilometer aus den jetzigen Natura 2000 Gebieten zu entfernen. Daher ist der dänische Naturschutzverein (Danmarks Naturfredningsforening) von 0,7 Quadratkilometern mehr an geschützter Fläche nicht überzeugt. „An sich sind es acht sehr schöne Areale. Aber mit Blick auf den Plan, 280 Quadratkilometer aus Natura 2000 Gebieten zu entfernen, sind die Zukäufe völlig unzureichend, um den Rückgang der Biodiversität zu stoppen“, sagt die Präsidentin des Naturschutzvereins, Ella Maria Bisschop-Larsen. Kritik kommt auch von Rasmus Ejrnæs vom Institut für Biowissenschaften der Universität Aarhus: „Der Kauf schützt kleine lokalen Perlen. Für die Natur insgesamt bedeutet er nicht sehr viel.“

Esben Lunde Larsen räumt ein: „70 Hektar werden die Natur weder heute noch morgen retten, aber es ist ein Schritt. Man sollte die Natur als ein Puzzle betrachten, in dem wir laufend neue Stücke in ein übergeordnetes Bild setzen.“

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