Regierungsanalyse

28.000 Familien in Dänemark leben in Parallelgesellschaften

28.000 Familien in Dänemark leben in Parallelgesellschaften

28.000 Familien in Dänemark leben in Parallelgesellschaften

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Wirtschafts- und Innenminister Simon Emil Ammitzbøll-Bille Foto: Scanpix

Dies entspreche rund 74.000 Personen, sagt eine neue Analyse des Wirtschafts- und Innenministeriums. Die Regierung hält dies für unakzeptabel und kündigt Initiativen an.

In ganz Dänemark leben Gruppen von nicht-westlichen Einwanderern in isolierten Wohngegenden, wo sie nicht arbeiten, wo sie kein dänisch sprechen und wo sie sich nur mit Menschen treffen, die ebenfalls einen ausländischen Hintergrund haben.

Dieses Bild zeichnet eine neue Analyse vom Wirtschafts- und Innenministerium, die veröffentlicht wurde, bevor die Regierung ihren Vorschlag zur Bekämpfung von Parallelgesellschaften vorlegen will.

Laut Analyse befinden sich Parallelgesellschaften nicht nur in den 22 Wohnbereichen in Dänemark, die auf der sogenannten Ghettoliste stehen, sondern auch an vielen anderen Orten in Dänemark. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass bis zu 28.000 Familien mit nicht-westlichen Wurzeln isoliert von der dänischen Gesellschaft leben. Dies entspreche rund 74.000 Personen.

„Es ist ein großes Problem, dass so viele Menschen sowohl mental als auch physisch abgeschottet von der dänischen Gesellschaft leben“, sagt Wirtschafts- und Innenminister Simon Emil Ammitzbøll-Bille von der Liberalen Allianz zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Bei den neuen Vorschriften der Regierung soll es sich nicht lediglich um einen neuen Ghettoplan handeln, sondern es werden auch Initiativen präsentiert, mit denen direkt eingegriffen werden soll, so der Minister. „Es ist nötig, dass wir etwas machen. Dies gilt sowohl für die kleinen Kinder, die in unsere Tagesinstitutionen und Schulen gehen sollen als auch für Initiativen auf dem Arbeitsmarkt und in der Wohnungspolitik“, sagt Ammitzbøll-Bille.

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