Verteidigungspolitik

200 dänische Soldaten werden in Estland stationiert

200 dänische Soldaten werden in Estland stationiert

200 dänische Soldaten werden in Estland stationiert

jt/ritzau
Kopenhagen/Tapa
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Foto: Scanpix

„Eine blöde Mission“, meinen einige Soldaten, die im Zuge der Nato-Abschreckung gegenüber Russland in Estland stationiert werden.

Gegen Ende der Woche stationiert Dänemark 200 Soldaten in Estland. Sie sind Teil einer Nato-Zusammenarbeit mit den baltischen Ländern und Polen.

Von einem ehemaligen sowjetischen Stützpunkt bei der estnischen Stadt Tapa aus sollen die dänischen Soldaten, zusammen mit den Briten, als eine Art Abschreckung gegen Russland und Putin dienen, die nach der Annektierung der Krimhalbinsel wieder das bevorzugte Feindbild des Westens sind, schreibt die Nachrichtenagentur Ritzau.

Das Risiko, dass sich ein bewaffneter Konflikt zwischen der Nato und Russland entfalten kann, schätzt der Bataillonschef und Oberstleutnant Steen Wegener als gering ein. „Ein solches Szenario könnte im schlimmsten Falle passieren. Deshalb werden ja auch Soldaten geschickt und keine Zivilen. Doch das Risiko ist meiner Meinung nach sehr gering“, so Wegener.

Arbeitsaufgaben

Die primären Arbeitsaufgaben der Soldaten werden demnach Präsenz und die Solidarität mit den baltischen Ländern zeigen, erklärt der Oberstleutnant. Doch diese Art der Missionsbeschreibung ist nicht die attraktivste in den Augen vieler, insbesondere jüngerer Soldaten. „Das ist eine blöde Mission. Wir werden nichts Anderes tun als üben, üben und üben“, sagen einige Soldaten gegenüber dem Magazin der Soldatengewerkschaft, CS Bladet.

Doch über solche Aussagen macht sich Wegener keine Sorgen. „Das ist eine natürliche Reaktion der jüngeren Soldaten. Sie möchten schnell in ein Krisengebiet geschickt werden – aber am liebsten ohne zu kämpfen“, sagt Wegener und ergänzt: „Bei den älteren und erfahreneren Soldaten, die schon im Irak oder Afghanistan gedient haben, ist die Stimmung ganz anders. Sie wollen nicht zwingend wieder auf eine Mission, wo sie ihr Leben aufs Spiel setzen.“

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