Trinkwasserschutz

Regierung will Spritzverbot um Bohrungen

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Kopenhagen
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Rund um Trinkwasserbohrungen soll nicht mehr mit Pestiziden gespritzt werden dürfen. Foto: Claus Fikser/Ritzau-Scanpix

Umwelt- und Lebensmittelminister will den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln in der Nähe von Trinkwasserbohrungen verbieten. Das Verbot würde für 21.000 Hektar gelten. Davon betroffene Landwirte sollen entschädigt werden.

Wenn die Landwirte in Zukunft Pestizide auf ihre Äcker und Felder sprühen wollen, sollen sie einen großen Bogen um die Bohrungen für Trinkwasser machen müssen. Das möchte zumindest Umwelt- und Lebensmittelminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre), nachdem unter anderem vermehrt Reste unter anderem vom bisher unbekannten Desphenyl Chloridazon im Trinkwasser dänischer Haushalte gefunden wurden. Eine Pestizidstrategie, an der die Verhandlungsparteien arbeiten, soll das Trinkwasser besser schützen. Der Minister hat nun die Verhandlungspartner zu einem Gespräch einberufen. Das berichtet dr.dk.

Geht es nach Jakob Ellemann-Jensen, sollen insgesamt 21.000 Hektar unter „Spritzschutz“ gestellt werden. Das entspricht knapp 0,01 Prozent der dänischen Landmasse oder: zwei mal die Größe der Insel Samsø.

Vorschlag wird unterstützt

Der Vorschlag des Ministers trifft auf Zustimmung unter den Folketingsparteien. „Jetzt kommt die Regierung endlich zur Vernunft und reagiert auf unsere Forderung“, meint Christian Rabjerg Madsen, umweltpolitischer Sprecher der Sozialdemokraten. Und auch seine Kollegin Trine Torp von der Sozialistischen Volkspartei unterstützt den Umweltminister. „Wir hoffen, dass sich der Vorschlag umsetzen lässt und auch die Dänische Volkspartei sich dem anschließen kann“, sagt sie.

Neben der politischen Unterstützung des Spritzverbots an Wasserbohrungen erklärt auch der Verband der dänischen Wasserwerke, Danva, vertreten durch Direktor Carl-Emil Larsen, dass ein solches Gesetz ein wichtiger Schritt sei, um das Trinkwasser zu schützen.

Kompensation angedacht

Wie DR weiter berichtet, soll am Verhandlungstisch überlegt werden, wie die vom Verbot betroffenen Landwirte entschädigt werden können. Der Branchenverband Landbrug & Fødevarer erwartet eine volle Erstattung der Ertragsausfälle. „Wenn Politiker Restriktionen fordern, dann sollen die betroffenen Landwirte vernünftig behandelt werden. Deshalb erwarten wir eine volle Übernahme der Einkommensausfälle“, antwortet Direktor Morten Høyer per Kurznachricht.

Das ist ein Vorschlag, der von politischer Seite unterstützt wird. Sowohl der Minister als auch die Vertreter der Sozialdemokraten und SF wollen die Forderung umsetzen.

In 204 Trinkwasserbrunnen wurden im vergangenen Jahr Pestizidreste mit der Bezeichnung Desphenyl Chloridazon in so hohen Mengen gefunden, dass der erlaubte Grenzwert zum Teil weit überschritten wurde und die Bohrungen geschlossen werden mussten.

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