Landwirtschaft

Minister zu Versäumnissen: Schlechte Behandlung muss Konsequenzen haben

Minister zu Versäumnissen: Schlechte Behandlung muss Konsequenzen haben

Minister: Schlechte Behandlung muss Konsequenzen haben

cvt
Kopenhagen
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Mattias Tesfaye
Mattias Tesfaye (Archivfoto) Foto: Jens Dresling/Ritzau Scanpix

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Ausländische Auszubildende haben eine schlechtere Rechtsposition als dänische Auszubildende in der Landwirtschaft, räumt der Minister für Einwanderung und Integration, Mattias Tesfaye, ein.

Kein einziger landwirtschaftlicher Betrieb in Dänemark hat seine Erlaubnis verloren, dänische Auszubildende oder ausländische Praktikantinnen oder Praktikanten zu beschäftigen, selbst wenn er einen oder mehrere schlecht behandelt, sie um ihren Lohn betrogen oder illegal beschäftigt hat.

Doch das könnte sich in Zukunft ändern, wenn es nach dem Minister für Einwanderung und Integration, Mattias Tesfaye (Soz.), geht. Dies erklärt er in einem Interview mit dem Gewerkschaftsblatt „Fagbladet 3F“.

„Ich denke, es sollte Konsequenzen haben, wenn man seine ausländischen Auszubildenden nicht richtig behandelt. Das kann in Form von Bußgeldern sein, aber auch, ob man neue Auszubildende bekommt“, sagt Mattias Tesfaye.

Weiter meint er: „Es ergibt keinen Sinn, dass man einen Auszubildenden ausnutzen kann und dann einfach den nächsten bekommt. Ich denke, es ist absolut vernünftig, den Leuten das zu sagen: Du hast beim Letzten gemogelt, und dass es jetzt einen neuen Antrag gibt, das ergibt nicht wirklich Sinn.“

Minister will die Angelegenheit untersuchen lassen

Am Mittwoch wurden der Minister und die Ministerin für Kinder und Bildung, Pernille Rosenkrantz-Theil (Soz.), zu einer Anhörung im Folketing über die Situation von bis zu 3.000 ausländischen Praktikanten in der Landwirtschaft in Dänemark geladen – in direkter Folge auf die Berichte von „Fagbladet 3F“, dass selbst die Vernachlässigung von Auszubildenden nicht ausreicht, damit Landwirte ihre Praktikumsgenehmigung verlieren.

„Dänische Auszubildende haben die Möglichkeit, sich an die Schlichtungsstelle zu wenden, und sind meiner Meinung nach auch durch die dänische Gesetzgebung besser geschützt als ausländische Auszubildende“, sagt Tesfaye.

Er unterstreicht: „Wer gegen das Ausländergesetz verstößt, kann ziemlich saftige Geldstrafen bekommen.“

Die ausländischen Praktikanten, die hierherkommen, seien nicht Teil des dänischen Berufsausbildungssystems und waren daher nicht Teil des Schlichtungsausschusses und der Berufsausschüsse. Tesfaye ist sich „auch nicht sicher, ob dies der richtige Weg ist. Aber ich stimme zu, dass es eine Möglichkeit der Berufung geben sollte. Wir müssen nur noch herausfinden, wie wir das konkret umsetzen können“.

Der Minister erwartet, dass die Angelegenheit im Laufe des Sommers untersucht wird.

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