Neuer Plan

Klimaneutrale Landwirtschaft 2050

Klimaneutrale Landwirtschaft 2050

Klimaneutrale Landwirtschaft 2050

Kopenhagen
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Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Wenn die Landwirtschaft in Dänemark 2050 klimaneutral sein soll, dann müsse der Staat mehr Geld investieren, meint eine Branchenorganisation.

2050 klimaneutrale Kartoffeln, Karotten und Steaks aus dänischer Produktion. So lautet die Vision dänischer Landwirte und Nahrungsmittelproduzenten, die im Branchenverband Landbrug & Fødevarer organisiert sind. Doch das ist laut Branchendirektorin Anne Lawaetz Arhnung nur möglich, wenn der Staat mehr Geld in die Forschung und Kompensation von Landwirten steckt.

„In Zukunft müssen mehr Nahrungsmittel nachhaltig produziert werden. Dort wollen wir natürlich mitspielen und mehr Verantwortung übernehmen“, so Arhnung zur Nachrichtenagentur Ritzau. Derzeit stehe die Landwirtschaft für ein Fünftel des gesamten dänischen CO2-Ausstoßes. Laut Landbrug & Fødevarer kann bis 2050 die Hälfte des Ausstoßes mit bekannten Methoden reduziert werden. Unter anderem durch das Brachliegen von niedrigliegenden Feldern in Wassernähe. Diese setzen große Mengen CO2 frei, so die Direktorin.

„Das ist zwar ein teures Vorhaben, aber wir wissen, dass dies eine der besten Methoden zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes ist“, erklärt Arhnung. Die zweite Hälfte des Ausstoßes müsse mit neuen und innovativen Methoden reduziert werden. Ein Beispiel hierfür wäre die Entwicklung eines Impfmittels, das dafür sorgt, dass Kühe beim Aufstoßen von Gasen aus sämtlichen Körperöffnungen, weniger CO2 ausleiten.

„Aber um ans Ziel zu kommen, muss mehr Geld in die Forschung solcher Initiativen gesteckt werden“, so Arhnung, deren Organisation jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag in die Forschung investiert.

Fehlende Pläne zur Umsetzung

Laut Peter Møllgaard, Vorsitzender des Klimarates, seien die Pläne hervorragend. „Jedes Mal, wenn sich eine Branche in den Klimakampf meldet, ist es fantastisch. Nun müssen wir untersuchen, wie die Initiative an den einzelnen Landwirt gebracht werden kann. Denn es fehlen noch konkrete Pläne zur Umsetzung“, so Møllgaard zu Ritzau.

Ihm zufolge müsse das Ziel mit einer Mischung aus öffentlichen und privaten Geldern erreicht werden.

Beim ökologischen Landesverband wird der Landwirtschafts-Plan begrüßt. Doch wie Møllgaard fehlen Landbrug & Fødevarer laut Verband konkrete Initiativen zur Umsetzung. „Das Klima ist eine Gemeinschafts-Sache. Deshalb freuen wir uns über den neuen Plan von Landbrug & Fødevarer und haben viele ähnliche Ansichten“, so der Vereinsvorsitzende Per Kølster.

„Zugleich will ich jedoch die Branchenorganisation dazu auffordern, dass die vielen Initiativen auch von einer konkreten und verpflichtenden Politik unterstützt werden“, so Kølster.

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