Fischerei

Dänisch-schwedischer Streit um Kattegat-Schutz

Dänisch-schwedischer Streit um Kattegat-Schutz

Dänisch-schwedischer Streit um Kattegat-Schutz

Kopenhagen
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Schweden will Fischer aus Bereichen des Kattegats fernhalten, die schwedisches Territorium sind. Kopenhagen ist dagegen. Foto: Danmarks Fiskeriforening

Dänemarks Fischereiministerin Eva Kjer Hansen (Venstre) lehnt Schutzzonen in schwedischen Natura-2000-Seegebieten ab.

Der Streit um vier Seegebiete im Kattegat hat einen schwedisch-dänischen Konflikt ausgelöst, berichtet das dänische Online-Medium Altinget. Auf der einen Seite steht Dänemarks Regierung mit der aus Apenrade stammenden Fischereiministerin Eva Kjer Hansen (Venstre), die die schwedischen Wünsche, die Fischerei im Kattegat stark einzuschränken, rundweg ablehnt.

Ihr gegenüber stehen die schwedischen Behörden und eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus den nordischen Ländern, die meinen, dass Fischereiverbote in den betroffenen Gebieten (Stora Middelgrund, Röde Bank, Morups Bank, Lilla Middelgrund und Fladen) nötig sind.

Ministerin will wissenschaftliche Beweise sehen

Am Freitag haben sich offizielle Vertreter beider Staaten getroffen, um zu debattieren, wo die Linie gezogen werden soll. Die dänische Haltung ist klar: Der schwedische Vorschlag geht viel zu weit.

„Die wissenschaftliche Dokumentation muss stimmen, wenn man die Fischerei ausschalten will. Mir ist nicht bekannt, dass wir bisher von schwedischer Seite ausreichend Begründungen gesehen haben, die ihren Vorschlag rechtfertigen“, so Ministerin Hansen zu Altinget.

Die vier Gebiete liegen in schwedischem Seegebiet und sind bereits heute als Natura 200-Gebiete anerkannt – stehen also unter besonderem Schutz. Doch weil dänische Fischer dort regelmäßig auf Fang gehen, hat Dänemark laut EU das Recht darauf, Einspruch bei Schweden zu erheben.

Naturschützer auf beiden Seiten des Kattegats sind über das dänische Verhalten empört. „Es kann großen Schaden verursachen, wenn Schweden den dänischen Fischereiinteressen folgt“, sagt Metta Wiese vom schwedischen WWF.

Auch der umweltpolitische Sprecher der Einheitsliste im Folketing, Øjvind Vilsholm, ist besorgt: „Ich befürchte, dass die Regierung eine gute Möglichkeit verstreichen lässt, die Biodiversität und den Zustand des Meeresgrundes im Kattegat zu verbessern.“

Er hat nach der Anfrage von Altinget Ministerin Hansen um eine Stellungnahme zur dänischen Haltung gebeten.

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