Corona-Krise

Mette Frederiksen kündigt weitere Öffnung Dänemarks an

Mette Frederiksen kündigt weitere Öffnung Dänemarks an

Mette Frederiksen kündigt weitere Öffnung Dänemarks an

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Weil es gut läuft, kündigte Regierungschefin Mette Frederiksen eine weitere Öffnung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in Dänemark an. Details nannte sie jedoch nicht. Foto: Philip Davali/Ritzau Scanpix

Die erste Öffnung des gesellschaftlichen Lebens in Dänemark könne größer als erwartet ausfallen, aber kontrolliert und verantwortungsvoll, so die Regierungschefin. Ihr Augenmerk will die Regierung nun auf den Arbeitsmarkt richten; Details gab es aber am Dienstag nicht.

Regierungschefin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) hat am Dienstagnachmittag eine weitere Öffnung Dänemarks angekündigt. Die nun in Gang gesetzte Phase 1 könne etwas größer als erwartet ausfallen, so Frederiksen. Es gelte aber, den Virus unter Kontrolle zu halten, was zurzeit der Fall sei. Frederiksen warnte aber auch, man könne in eine Situation kommen, in der es auch einen Schritt zurückgeht.

Frederiksen kündigte an, das Wirtschaftsleben in Dänemark wieder hochzufahren. „Wir können nicht alle Bereiche öffnen, unser Augenmerk liegt auf der Sicherung von Arbeitsplätzen", so die Regierungschefin.

Keine Details

Welche Wirtschaftsbereiche nun geöffnet werden, wollte die Regierungschefin noch nicht sagen, da diese Frage an Abend mit den Parteien im Folketing erörtert werden soll.

Unklar bleibt auch, wie das Verbot von „größeren Versammlungen" im weiteren Verlauf des Jahres ausgelegt wird. Die Regierungschefin hatte am 6. April gesagt, dass „größere Versammlungen wahrscheinlich nicht vor August erlaubt werden. Was die Regierung als eine solche „größere Versammlung" ansieht, bleibt weiter unklar.

Das Verbot sich mit mehr als zehn Personen an einem Ort zu treffen und das Berufsverbot für beispielsweise Frisöre besteht bislang bis zum 10. Mai. Im Hinblick auf die gute Lage in Dänemark wollte sich Frederiksen aber nicht zu einem vorzeitigen Ende des Verbotes äußern.

Wenn sich die Parteien auf einen konkreten Fahrplan geeinigt haben, wird das Staatliche Serum-Institut diesen prüfen im Hinblick darauf, wie dieser Plan sich auf die Verbreitung des Virus auswirkt.

Frederiksen verteidigt Shutdown

Sie betonte, die Regierung habe nicht überreagiert, als sie das öffentliche Leben in Dänemark im März nahezu zum Stillstand brachte. „Ganz im Gegenteil, wir haben bewiesen, die Kraft zum Handeln zu haben", so Frederiksen. Die dänische Gesellschaft habe dank des Einsatzes der Regierung nicht die Konsequenzen zu spüren bekommen wie andere Länder. Man solle gemeinsam stolz auf das Erreichte sein. Sie sagte, die Länder, die schnell und konsequent gehandelt hätten, seien diejenigen, die nun über eine langsame Öffnung der Gesellschaft sprechen könnten. Anderswo spreche man über die Verlängerung von Maßnahmen.

Mette Frederiksen sagte schließlich, die Regierung wolle ältere Menschen mehr unterstützen, solange diese gezwungen seien, zu Hause zu bleiben.

Mølbæk: Dänen können stolz sein

Nach Ansicht von Kåre Mølbæk, Direktor des Staatlichen Serum-Instituts, hat das Herunterfahren Dänemarks einen deutlichen Effekt auf die Anzahl der Infizierten gehabt. Der Wendepunkt sei früher als gedacht gekommen. „Das ist eine Nachricht, auf die wir stolz sein können", so Mølbæk. So könne eine weitere Öffnung Dänemarks vorgenommen werden. Seinen Worten nach ist an den Zahlen deutlich zu sehen, dass die 70- bis 79-Jährigen es sehr gut geschafft haben, sich durch Isolation vor einer Ansteckung zu schützen.

Zur bereits angekündigten Öffnung der Betreuungsstätten sagte Jacob Bundsgaard (Sozialdemokraten), Vorsitzender des Verbandes der Kommunen (KL), dass 57 Kommunen ihre Kinderbetreuung und 48 Kommunen die Schulen am Mittwoch öffnen.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Urlaub oder Überleben“