Tarifverhandlungen

Großkonflikt erneut ausgesetzt – Streiks ab 6. Mai möglich

swa/cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Erneute Atempause im Tarifstreit: Nach 19-stündigen Verhandlungen steht fest, dass die Konfliktparteien 14 Tage Zeit bekommen, um eine Lösung zu finden. Klappt das nicht, kann ab dem 6. Mai gestreikt werden.

Keine Einigung, aber ein Aufschub – in den frühen Morgenstunden des Mittwochs hat Schlichterin Mette Christensen den drohenden Großkonflikt im Tarifstreit erneut um 14 Tage ausgesetzt. Nach 19 Stunden ununterbrochenen Verhandlungen standen weder Einigung noch Streik sondern erneut zwei Wochen, um eine Lösung zu finden. Die Unterhändler der Arbeitnehmer können aber jederzeit das Handtuch werfen und den Streikfall ausrufen, sollten die Verhandlungen nicht vorwärts kommen.

„Ich denke nicht, dass wir weitere 14 Tage verhandeln werden"

Beobachter gehen daher davon aus, dass die vollen 14 Tage Verhandlungsfrist nicht ausgeschöpft werden. Rufen die Gewerkschaften den Streikfall aus, beginnt der Streik fünf Tage später. Der Vorsitzende des dänischen Lehrervereins, Anders Bondo Christensen, geht jedenfalls nicht davon aus, dass weitere 14 Tage verhandelt wird. „Wir haben nun ein neues Treffen für Freitag angesetzt und uns wurde gesagt, dass wir den Schlafsack mitbringen sollen. Ich denke nicht, dass wir weitere 14 Tage verhandeln werden. Ich rechne damit, dass wir den Freitag verhandeln, und das war es dann“, so Bondo Christensen.

„Wir hatten richtig gute Verhandlungen"

Die Chefunterhändlerin des Staates, Sophie Løhde (Venstre), nahm das Verschieben des Streikfalls zur Kenntnis, ärgert sich aber darüber, dass am Dienstag keine Lösung erzielt werden konnte. „Wir hatten richtig gute Verhandlungen, aber ich ärgere mich darüber, dass wir nicht fertig geworden sind. Jetzt müssen wir uns am Freitag wieder an die Arbeit machen“, so Løhde.

Unterdessen gab die Schlichtungsstelle (Forligsinstitutionen) bekannt, dass bereits ab dem 6. Mai, nicht erst ab dem 8. Mai wie bisher veröffentlicht, gestreikt werden kann, wenn die Verhandlungen erneut ergebnislos bleiben. Ein Ausschluss der Angestellten (Lockout) könnte dann am 12. Mai erfolgen. Eine spätere Frist wird es nicht mehr geben.

Sollten die Verhandlungen schon vor dem Ablauf der 14 Tage von Schlichterin Christensen als gescheitert erklärt werden, kann es am fünften Tag nach dem Zusammenbruch sowohl Streiks als auch Ausschließungen geben.

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