Neues Gesetz

Deutsche Bürger bald mit dänischen Ferienhäusern?

jt/ritzau
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Niclas Jessen/Visit Denmark

Eine Änderung des Bau- und Planungsgesetzes, das in Dänemark die Flächennutzungspläne regelt (Planlov) könnte dazu führen, dass EU-Bürger dänische Ferienhäuser kaufen dürfen. Dies könnte zu einer deutlichen Preiserhöhung der Häuser führen, meinen Politiker.

Vergangene Woche hat eine Mehrheit im dänischen Parlament entschieden, das Bau- und Planungsgesetzes, das in Dänemark die Flächennutzungspläne regelt (Planlov), zu ändern. Dadurch würde das Bollwerk, dass die dänischen Ferienhäuser vor einer Übernahme durch ausländische Bürger schützen solle, schwächer gemacht. Dies meinen mehrere Experten zur Tageszeitung Politiken.

„Durch die Gesetzesänderung des Planlovs haben die Politiker den EU-Bürgern eine Möglichkeit gegeben, eines der dänischen Vorbehalte anzufechten“, sagt der Experte für EU-Recht und Juraprofessor an der Kopenhagener Universität, Peter Pagh.

Sollten EU-Bürger die Möglichkeit bekommen dänische Ferienhäuser zu kaufen, dann fürchten die Politiker eine deutliche Preiserhöhung der Häuser – dies könnte dazu führen, dass Dänen aus ihren Häusern verdrängt werden könnten.

Konkret besagt die Gesetzesänderung, dass Rentner schon ein Jahr anstatt acht Jahre nach Erwerb eines Ferienhauses dies als permanenten Wohnsitz angeben können. Das grundlegende Problem besteht darin, dass die Dänen dadurch weitere Nutzungsmöglichkeiten ihrer Ferienhäuser bereit gestellt bekommen, während andere EU-Bürger den bisherigen Begrenzungen unterstellt sind. Dies ist nach EU-Recht Diskriminierung.

Bei der Interessenorganisation für Lokalgebiete (Landdistrikternes Fællesråd) ist man über die neue Gesetzesänderung uneins. „In einigen Kommunen Dänemarks währe eine neue Regelung des Kaufes von Ferienhäusern durch EU-Bürger von Vorteil, während in anderen davon abzuraten ist“, so der Vorsitzende der Organisation, Steffen Damgaard.

Mehr lesen

Fussball

SønderjyskE kämpft um seine Kultur

Hadersleben/Haderslev Die Drehtür im Haderslev Idrætscenter hat sich in den letzten Monaten munter bewegt. Leistungsträger, Führungsspieler und Kulturträger wie Tommy Bechmann, Johan Absalonsen, Pierre Kanstrup oder Marin Skender haben in den letzten sechs Monaten den Verein verlassen und lassen die Sorge wachsen, dass die berühmt-berüchtigte SønderjyskE-Kultur verloren gehen kann. Eine Kultur, die die Hellblauen seit Jahren über sich hinaus wachsen lässt.