Verteidigungspolitik

Dänemark will die europäische Hormus-Mission 2021 leiten

Dänemark will die europäische Hormus-Mission 2021 leiten

Dänemark will die europäische Hormus-Mission 2021 leiten

Kopenhagen/Apenrade
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Dänemarks Außenminister Jeppe Kofod (Soz.) Foto: Martin Sylvest/Ritzau Scanpix

Außenminister Kofod nennt die Zusammenarbeit mit Deutschland und anderen EU-Staaten einen Erfolg. Nun soll noch mehr Verantwortung übernommen werden.

Dänemark hat seinen europäischen Partnern in der Emasoh-Mission angeboten, nach der diplomatischen auch die militärische Führungsrolle in der Straße von Hormus am Persischen Golf zu übernehmen. Das hat Außenminister Jeppe Kofod (Soz.) am Sonnabend mitgeteilt.

Die im Frühjahr von Frankreich initiierte Mission hat zum Ziel, ein unabhängiges Lagebild zu erstellen sowie die Freiheit der Navigation im Persischen Golf und in der Straße von Hormus zu gewährleisten.

Frankreich will europäische Rolle stärken

Beobachter sehen in der Mission auch den Versuch Frankreichs, Länder, die verteidigungspolitisch traditionell enger an der Nato als an Europa ausgerichtet sind, in die europäische Verantwortung zu nehmen.

Dänemark zum Beispiel beteiligt sich Aufgrund seines Verteidigungsvorbehaltes nicht an Beschlüssen und Maßnahmen der Europäischen Union, die verteidigungspolitische Bezüge haben und nimmt entsprechend auch nicht an der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO) teil.

Bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Juni 2019 hatte Außenminister Kofod durch Äußerungen aufhorchen lassen, dass Europa verteidigungspolitisch ein größeres Gewicht für Dänemark bekommen solle.

Ausdruck dessen ist unter anderem, dass der diplomatische Zweig der Emasoh-Mission von der dänischen Botschafterin in Libyen, Julie Elisabeth Pruzan-Jørgensen, geleitet wird. Zugleich ist die Fregatte Ivar Huitfeldt in der Straße von Hormus im Einsatz.

Wichtige Route für den Öl-Export

Während eines Besuches auf eben jener Fregatte sagte Jeppe Kofod nun laut Nachrichtenagentur „Ritzau“: „Dänemark zeigt Führung, und die Mission, an der wir teilgenommen haben, war ein Erfolg. Mit diesem Erfolg im Gepäck sind wir bereit, uns für die Leitung von Emasoh, der europäisch angeführten maritimen Mission, zur Verfügung zu stellen.“

Bisher hatte Frankreich die Leitung inne und Kofod betont, dass Dänemark nur dann die Leitung übernehmen werde, wenn die anderen Partner, neben Frankreich sind dies Deutschland, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Italien und Portugal, sich weiter verpflichten.

Geboren wurde die Mission aus Unruhen in dem Seegebiet im vergangenen Jahr. Nach US-Sanktionen gegen den Ölexport des Iran gab es auf sechs Öltankern Explosionen. Die USA beschuldigen den Iran, dahinterzustecken.

Im Juni 2019 schoss der Iran dann eine amerikanische Drohne über der Straße von Hormus ab, die sich laut USA über internationalem Gewässer befand. Die iranische Regierung behauptet, sie sei über iranisches Hoheitsgebiet geflogen.

Für Kofod ist es im dänischen Interesse, sich in der Region zu engagieren. „Man muss sich ins Gedächtnis rufen, dass wir die fünftgrößte Nation im Bereich der zivilen Schifffahrt sind. Es gibt kein Meer und keine Meerenge, durch die keine dänischen Schiffe fahren“, so Kofod.

„Wir haben ein grundsätzliches Interesse daran, dass die freie Seefahrt international rechtlich respektiert wird“, sagt er.

Durch die Straße von Hormus wird ungefähr ein Drittel der weltweiten Ölproduktion verschifft. Laut Reedereiverband Danske Rederier fahren monatlich 150 bis 190 dänische Schiffe durch die Straße von Hormus.

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