Justiz

Zu viel gemeinnützige Arbeit als Strafe

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Nach Zahlen der Justizbehörde werden immer mehr Täter mit gemeinnütziger Arbeit bestraft. Foto: Michael Bager/Ritzau Scanpix

Kristeligt Dagblad zufolge werden immer mehr Gewalttäter mit gemeinnütziger Arbeit bestraft. Politiker wollen diese Entwicklung stoppen.

Eine Mehrheit in der dänischen Politik ist der Meinung, dass die Gerichte im Königreich zu viel gemeinnützige Arbeit als Strafe verhängen, berichtet Kristeligt Dagblad“. Der Zeitung zufolge zeigen Zahlen der Justizbehörde (Kriminalforsorgen), dass gemeinnützige Arbeit als Strafe in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent gestiegen ist. Bei 4.355 Verurteilten war im Jahr 2017 diese Arbeit Teil der Strafe. Laut Kristeligt Dagblad werden vermehrt Gewalttäter zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Eine Entwicklung, mit der die Regierung, die Sozialdemokraten und die Dänischen Volkspartei nicht einverstanden sind.

Es sei nie beabsichtigt gewesen, dass Gewalttäter so milde bestraft werden, dass ein Opfer den Täter nach kürzester Zeit auf der Straße wiedertreffe, so die rechtspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten, Trine Bramsen, zur Zeitung. Die Regierung hat kürzlich einen entsprechenden Vorschlag zur Gesetzesänderung ins Parlament eingebracht. In diesem wird einleitend angemerkt, dass es nach Auffassung der Regierung nicht dem Rechtsempfinden der Opfer und der Bevölkerung entspreche, wenn Gewalttäter in dieser Weise bestraft würden. „Wir denken, es muss allen deutlich gemacht werden: Gewalt muss bestraft werden, und eine Gefängnisstrafe ist der Ausgangspunkt“, so Preben Bang Henriksen, rechtspolitischer Sprecher der Partei Venstre. Es könne aber Fälle von weniger schwerwiegender Körperverletzung geben, die nicht mit Gefängnis bestraft werden müsse, schränkt Henriksen ein.

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