Geschichte

„Zu Rot“: DF und Konservative kritisieren DR-Geschichtsserie

„Zu Rot“: DF und Konservative kritisieren DR-Geschichtsserie

„Zu Rot“: DF und Konservative kritisieren DR-Geschichtsserie

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen
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Lars Mikkelsen erzählt über die Geschichte Dänemarks. Foto: DR

Der Abschluss der Doku-Serie über die Geschichte Dänemarks war für Politiker von DF und Konservative "linke Propaganda". Auch Historiker kritisieren den letzten Teil der großen Serie des öffentlich-rechtlichen TV-Senders DR.

„Ein Skandal“. So nennt Søren Espersen, Vize-Vorsitzende der Dänischen Volkspartei (DF), den Abschluss der Doku-Serie „Historien om Danmark“. „Es war keine Doku, sondern eine linksgerichtete Propaganda. Beispielsweise wurde über den Widerstandskampf der Dänen berichtet, ohne Kaj Munk, Christmas Møller oder die Gruppe Holger Danske zu erwähnen“, so Espersen.

Auch Naser Khader, medienpolitischer Sprecher der Konservativen, meint, dass DR die ‘Helden‘ der Besatzungszeit als linksorientiert darstellt. „Man soll die Geschichte so zeigen, wie sie in Wirklichkeit war – und nicht nur von einer Seite“, so Khader.

DR hatte am Sonnabend den letzten Teil der Doku-Serie über die Geschichte Dänemarks gesendet. Dort wurde ausführlich über die Besatzung und Widerstandskampf während des Zweiten Weltkrieges berichtet. Doch laut Kristeligt Dagblad halten auch viele Historiker den Abschluss der Serie für eine einseitige Berichterstattung.

Unverständlich

Der Historiker der Universität Kopenhagen Jens Fabricius Møller, der eine beratende Funktion bei der Produktion der Serie hatte, versteht die einseitige Darstellung einer solch gefühlsbetonten Epoche der dänischen Geschichte nicht. „Trotz der Kritik an der vorherigen Geschichtsserie (1864 red.), entscheidet sich DR für eine einseitige Berichterstattung. Das ist völlig unverständlich und diejenigen, die gegen Kürzungen bei DR kämpfen, sind nun ein Argument ärmer geworden“, so Møller.

Auch Bent Blüdnikow, Historiker bei der Tageszeitung Berlingske, gibt in seiner Rezension den letzten Teil der Serie einen von fünf Sternen. Er unterstreicht, dass kein einziger bürgerlicher Politiker oder Widerstandskämpfer in der Serie erwähnt wird. Ihm zufolge ist das eine sozialdemokratische Schönfärberei und Glorifizierung der dänischen Kommunisten. „Junge Menschen werden falsch informiert. Das ist politische Propaganda anno 2017. Bürgerliche Politiker mit einer historischen Bewusstheit und Kampfmut sollten protestieren“, so Blüdnikow zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Die DR-Redakteurin Ane Saalbach hat die Kritik zur Kentniss genommen, doch möchte sie klarstellen, dass Ideologie in keinster Weise einen Einfluss auf die Serie hatte. „Wir wollten mit dieser Serie lediglich die Geschichte darstellen und uns nicht in die Debatte über die Zusammenarbeit der dänischen Regierung mit der Besatzungsmacht einmischen. Doch es ist nur gut, wenn die Debatte im Nachhinein kommt“, so Saalbach zu Kristeligt Dagblad.

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