Umwelt & Natur

Weg mit der Wegwerfmentalität

jt/hm
Kopenhagen
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Foto: Justin Tallis/Ritzau Scanpix

In einem Jahr soll Schluss sein: Die dünnen Plastiktüten, die unter anderem in Supermärkten in der Obst- und Gemüseabteilung zu finden sind, sollen laut Regierung verboten werden.

„Wir benutzen viel zu viele Plastiktüten. Wir müssen die `Wegwerfmentalität´ der Verbraucher eindämmen“, erklärt der dänische Umwelt- und Nahrungsmittelminister Jakob Ellemann-Jensen, nachdem die Regierung Teile ihres Plastikplans veröffentlichte. Dieser sieht vor, dass dünne Einweg-Plastiktüten, auch „Knittertüten“ („knitreposer“) genannt, verboten werden. Zudem soll es in Zukunft nicht mehr möglich sein, Plastiktüten kostenlos zu verteilen, berichtet die Tageszeitung Politiken.

„Wir müssen uns gut überlegen, welche Folgen Plastiktüten für die Umwelt haben können, bevor wir diese nutzen“, so Ellemann-Jensen. Auf die Umwelt aufzupassen, bezeichnet er als „gute, liberale Politik“, und hofft zugleich, dass der Gesetzesvorschlag innerhalb eines Jahres vom Parlament genehmigt wird, so Politiken.

Jakob Lamm Zeuthen, umweltpolitischer Chef des Wirtschaftsverbandes Dansk Erhverv, begrüßt den Vorschlag der Regierung. „Wir unterstützen den Vorschlag, dass eine Plastiktüte nicht kostenlos sein sollte. Kostet eine Tüte Geld, dann empfindet der Verbraucher es auch als einen Wert. Das verschafft Respekt und kann den Verbraucher dazu animieren, die Tüte wiederzuverwenden“, so Zeuthen.

Auch beim Naturschutzverein Danmarks Naturfredningsforening (DN) freut man sich über ein generelles Verbot der „Knittertüten“. „Wir haben lange auf ein solches Verbot hingearbeitet. Ich glaube, dass die Menge an Plastik in unserer Natur die Bürger schockiert und überrascht hat“, so Seniorberaterin Sine Beuse Fauerby.

Kasper Reggelsen, Pressesprecher der Salling Group, zu der unter anderem die Supermarktketten Føtex und Netto mit Filialen in Nordschleswig zählen, sieht die Initative der Regierung positiv. „Wir wollen grundsätzlich den Verbrauch von Plastik minimieren. Und das sehen unsere Kunden auch so." Dünne Plastiktüten gebe es, so Reggelsen, zurzeit bei Føtex nur in der Obst- und Gemüseabteilungen. Man arbeite aber daran, dort wiederverwertbares Material einzuführen. Auch dass die Platiktüten bei Netto etwas kosten, hat sich Reggelsen zufolge bewährt. Die Kunden nutzten die Tüten mehrmals.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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