Corona-Krise

Verbot von Großveranstaltungen wehrt Gefahr von Superspreadern ab

Verbot von Großveranstaltungen wehrt Gefahr von Superspreadern ab

Verbot von Großveranstaltungen wehrt Gefahr ab

Ritzau/hm
Roskilde/Kopenhagen
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Wenige sind offenbar für viele Corona-Infektionen verantwortlich, deshalb ist das Verbot von Großveranstaltungen sinnvoll, meinen zwei dänische Wissenschaftler. Foto: Helle Arensbak/Ritzau Scanpix

Allem Anschein nach sind es wenige Infizierte, die das Coronavirus stark verbreiten. Das Verbot von Großveranstaltungen hilft nach Meinung von dänischen Forschern, die Wirkung dieser sogenannten Superspreader einzudämmen.

Die Wiederöffnung Dänemarks hat bislang nicht zu einem deutlichen Anstieg der Corona-Infektionen geführt. Zwei dänische Wissenschaftler erklären dies damit, dass nur eine kleine Anzahl von Personen und eine ebenso kleine Anzahl von Großveranstaltungen die meisten Ansteckungen verursachen. Dies berichtet die Zeitung „Politiken“.

Die Studie der Pandemieforscherin Lone Simonsen, Roskilde Universitet, und Kim Sneppen, Professor für Biokomplexität am Niels-Bohr-Institut in Kopenhagen, baut auf dem bereits bestehenden Wissen auf, dass offenbar 10 Prozent der Fälle für 80 Prozent der Infektionen verantwortlich sind.

Die sogenannten Superspreader befeuern demnach die Epidemie. Superspreader sind Personen, die sehr viele andere Menschen anstecken. Die Biologie des Einzelnen, unglückliche Umstände und soziales Verhalten bedingen, ob jemand zum Superspreader wird oder nicht.

Großveranstaltungen beflügeln das Infektionsgeschehen

Die Studie der beiden Forscher kommt zu dem Schluss, dass vor allem Großereignisse – wie beispielsweise Festivals und Konzerte – Infektionen beflügeln. Da in Dänemark diese Art von Veranstaltungen weiterhin verboten seien, habe man damit die Ansteckungsmöglichkeiten der Superspreader begrenzt, so die Forscher.

Kim Sneppen weist darauf hin, dass man die Zahl der Infektionen niedrig halten könne, wenn Großveranstaltungen weiterhin verboten blieben. Die Modellierungen der beiden Forscher zeigen auch, dass es nicht so wichtig ist, Schulen und Arbeitsplätze geschlossen zu halten, da dort die Zahl der Kontakte konstant ist.

Mit Blick auf die anstehende Abiturzeit sagte Lone Simonsen der Zeitung „Politiken“, sie mache sich nicht so große Sorgen, wenn 30 Abiturienten in einem Wagen herumfahren und feiern. Sie mache sich erst dann Sorgen, wenn diese 30 in Kopenhagen auf Kongens Nytorv anhalten würden, um dort mit Tausend anderen zu feiern.

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Walter Turnowsky ist unser Korrespondent in Kopenhagen
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