DSB

Transportminister schlägt sich auf die Seite der Bahn

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Kopenhagen
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Foto: Ritzau/Scanpix

Die Eisenbahn-Gewerkschaft und die Dänische Staatsbahn liegen im Streit, Ole Birk Olesen schlägt sich auf die Seite des Arbeitgebers, und Streiks ließen Tausende Fahrgäste verspätet ihr Ziel erreichen – und die Weihnachtszeit naht.

Im Streit zwischen der Gewerkschaft der dänischen Eisenbahner (Dansk Jernbaneforbund) und den Dänischen Staatsbahnen DSB hat sich der dänische Transportminister Ole Birk Olesen (Liberale Allianz) auf die Seite des Arbeitgebers DSB geschlagen. Der Dänische Eisenbahnverband säge am Ast, auf dem er sitze, wenn dieser für eine Tarifvereinbarung kämpfe, die das Bahnfahren teurer mache und die Zahl der Fahrgäste schrumpfen lasse, so der Transportminister zur Netzzeitung Altinget. Der Minister spricht sich in der Zeitung für einfachere Vereinbarungen aus. Die jetzige trage zu einem extrem teuren Zugbetrieb in Dänemark bei.

Der Konflikt zwischen DSB und Eisenbahnverband hat seinen Ursprung in einem Urteil des Arbeitsgerichts, das der Dänischen Staatsbahn recht gab, seine Angestellten aus einer staatlichen Tarifvereinbarung in eine private mit Dansk Industri zu überführen. Dieser Wechsel soll DSB zufolge das Unternehmen marktorientierter machen, was unter anderem mit einer Reduzierung der Vertrauensleute erreicht werden soll. Uneinigkeit herrscht auch darüber, wie viel Mitsprache die Angestellten bei ihrer Arbeitszeit haben sollen.

Zugausfälle

Der Streit zwischen Gewerkschaft und der Bahn hat in den vergangenen Wochen dazu geführt, dass die DSB-Angestellten ihre Arbeit niederlegten und Gewerkschaftstreffen abhielten. Dadurch kam es zu starken Verspätungen.

Am Donnerstag hatte das Arbeitsgericht festgestellt, dass das Niederlegen der Arbeit nicht mit dem geltenden Tarifvertrag vereinbar sei. Das Gericht wies die Gewerkschaft an, auf ihre ihre Mitglieder einzuwirken. Diese müssten ihrer Arbeit nachkommen.

Weihnachtszeit ist Reisezeit

Die Gewerkschaft Dansk Jernbaneforbund teilt die Auffassung des Ministers nicht. Wolle sich die Bahn entwickeln, müsse man dafür sorgen, dass diese für qualifizierte Arbeitskräfte attraktiv sei, so Henrik Horup, Vorsitzender des Dänischen Eisenbahnerverbands.

Nach einem Treffen am Freitag meldeten die beiden streitenden Parteien, dass das Kriegsbeil begraben sei. „So lange wir verhandeln, wird normal gearbeitet“, sagte DSB-Vizedirektor Poul Grenzøe-Enemark, als er mit dem Gewerkschaftsvorsitzenden Henrik Horup das Arbeitsgericht verließ. Im Hinblick auf die Reisezeit zu Weihnachten erklärte der DSB-Vizedirektor in Danmarks Radio, man plane einen tadellosen Betrieb. Henrik Horup formulierte im Sender vorsichtiger. Er wolle nicht garantieren, dass alles bis zum Weihnachtsfest glatt laufe, er wolle aber gern garantieren, dass man den Mitgliedern sage, man wolle während der Verhandlungen Ruhe haben.

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