Randgebiete

Stadt-Land-Gefälle in Dänemark weniger ausgeprägt

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Aalborg
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Bisher ist der Abrissbagger Symbol vieler „Randgebiete“. Foto: Volker Heesch

Eine neue Untersuchung der Universität Aalborg erklärt Darstellung zurückgebliebener Randgebiete zum Mythos. Beim Verband des ländlichen Raums, Landdistrikternes Fællesråd, begrüßt dessen Vorsitzender, Steffen Damsgaard, die Untersuchung.

Seit Jahren geistert durch dänische Medien und die politische Debatte der Begriff „Udkantsdanmark“; damit werden hauptsächlich ländlich strukturierte Gebiete als Randgebiete abgestempelt. Dabei wird meist übersehen, dass z. B. das südliche Nordschleswig gar nicht so weit von Metropolen wie Hamburg oder Großstädten wie Flensburg und Kiel entfernt liegt.

Eine neue Untersuchung der Universität Aalborg hat ergeben, dass die oft verwendete Unterteilung in vor allem wirtschaftlich, aber auch angeblich kulturell zurückgebliebene Randgebiete und florierende Zentren in der Realität nicht stichhaltig ist. Mit Hilfe eines Computerprogramms wurde am Institut für Soziologie und soziale Arbeit Dänemark in kleinere Einheiten aufgeteilt und die dort herrschenden Verhältnisse registriert.

Der Forscher Rolf Lyneborg Lund, der an der Untersuchung beteiligt war, erklärte gegenüber Jyllands-Posten und Danmarks Radio, dass die dänische Landkarte sozial betrachtet viel differenzierter ist als bei der Unterteilung Randgebiete/Metropolen. So habe man herausgefunden, dass in den vielgescholtenen Randgebieten jede Menge Personen zu finden seien, die gut ausgebildet sind und viel Geld verdienen. Ebenso habe man auf Nordseeland Orte gefunden, in denen Menschen mit geringem Einkommen zu Hause sind. Beim Verband des ländlichen Raums, Landdistrikternes Fællesråd, begrüßt dessen Vorsitzender, Steffen Damsgaard, die Untersuchung. Jetzt sei sichtbar, dass das potenzial ländlicher Räume unterschätzt wird.

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