Kriminalität

Sozialministerium: Mitarbeiterin überwies sich selbst 100 Millionen Kronen

Sozialministerium: Mitarbeiterin überwies sich selbst 100 Millionen Kronen

Sozialministerium: Mitarbeiterin überwies sich selbst 100 Millionen Kronen

jt
Kopenhagen
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Kinder- und Sozialministerin Mai Mercado (l.) Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Das Kinder- und Sozialministerium und die Sozialbehörde haben einen potenziellen Betrug einer Mitarbeiterin im dreistelligen Millionenbereich enthüllt. Nach der Mitarbeiterin wird international gefahndet.

111 Millionen Kronen (rund 14,9 Millionen Euro) – so viel Geld soll eine nun untergetauchte Mitarbeiterin des dänischen Kinder- und Sozialministeriums veruntreut haben. Das Geld des Ministeriums war ursprünglich für sozial belastete Gruppen in der Gesellschaft bestimmt. Doch offenbar gelangten 100 Millionen Kronen auf das Privatkonto der Mitarbeiterin, berichtet das Ministerium in einer Pressemitteilung.

Um den Fall kümmert sich nun der Staatsanwalt der Abteilung für besondere wirtschaftliche und internationale Kriminalität (Søik) – in der Öffentlichkeit auch als „Bagmandspolitiet“ bekannt. „Ich bin zutiefst erschüttert, dass anscheinend mit Geldern betrogen wurde, die für Bedürftige bestimmt waren. Es ist völlig unerhört, dass so etwas passieren konnte“, erklärt Kinder- und Sozialministerin Mai Mercado (Konservative) in einer Pressemitteilung des Ministeriums.

Interne Untersuchungen des Ministeriums haben ergeben, dass die Mitarbeiterin im Zeitraum von 2002 bis 2018 betrogen haben solle. „Ich kann keine Details nennen. Doch ich kann versichern, dass der Fall gelöst wird und wir unsere Fehlerquelle in den Kontrollsystemen finden werden“, so Mercado. Dass ein solcher Fall nicht wieder passieren kann, hat ihr zufolge höchste Priorität.

Bagmandspolitiet erklärte am Dienstag, dass nach der 64-jährigen Mitarbeiterin international gefahndet wird. „Alles deutet darauf hin, dass sie beim Betrügen diszipliniert und systematisch arbeitete. Laut dem derzeitigen Ermittlungsstand haben wir uns ein gutes Bild davon machen können, was wann geschah“, so der ermittelnde Staatsanwalt, Morten Niels Jakobsen.

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