Wachsende Ungleichheit

Reichsten zehn Prozent besitzen die Hälfte

Reichsten zehn Prozent besitzen die Hälfte

Reichsten zehn Prozent besitzen die Hälfte

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Kopenhagen
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Foto: dpa

Experten sehen wachsende Ungleichheit, aber die Liberale Allianz und die Denkfabrik Cepos finden das ganz in Ordnung: eine Sache der Abwägung.

Die reichsten zehn Prozent der Dänen besitzen knapp 50 Prozent des Nettovermögens des Landes. Zum Vergleich besitzen die ärmsten 50 Prozent nur rund fünf Prozent der Werte. Die reichsten zehn Prozent haben ein Durchschnittsvermögen von 5,4 Millionen Kronen – die ärmsten zehn Prozent haben ein negatives Vermögen von 376.000 Kronen.

„Arbejderbevægelsens Erhvervsråd“ (AE) und die Sozialdemokraten haben die Berechnungen vorgenommen und warnen davor, dass die aktuelle Politik der blauen Regierung die Ungleichheit noch vergrößert. Das sei kein Problem, meinen dahingegen Denkfabrik Cepos und Regierungspartei Liberale Allianz.
AE-Analysechef Jonas Schytz Juul stellt fest, dass das aktuelle Wachstumspaket und der Staatshaushaltsentwurf 2018 diese Ungleichheit vergrößern wird. Es sei die falsche Priorisierung, Steuererleichterungen obenan zu stellen.

Ungleichheit durch Liberalisierung

Professor Henning Jørgensen von der Uni Aalborg meint, dass der Vorsprung der reichsten zehn Prozent zum Rest der Bevölkerung immer größer wird, weil immer mehr liberalisiert werde. Man lasse die Marktmechanismen wirken. Das sorge für Ungleichheit bei den Einkommen, aber insbesondere auch bei den Vermögen, so der Professor laut Ugebrevet A4. Die Gesellschaft teile sich auf. Nicht nur Flüchtlinge und Einwanderer würden in Ghettos leben. Die Reichen würden sich in höherem Maße hinter Zäunen verschanzen.

Die Liberale Allianz und die bürgerliche Denkfabrik Cepos räumen ein, das Elemente der aktuellen Politik diese Tendenz verstärken können. Aber der finanzpolitische Sprecher der LA, Joachim B. Olsen, bezeichnet dies als unproblematisch. Es sei gut, dass arbeitende Menschen , die Wohlstand und Werte schaffen, im Land mit dem weltgrößten Steuerdruck in der Lage sind, etwas mehr von dem Geld, das sie selbst verdient haben, zu behalten. Das sei ein Ansporn, um noch mehr zu arbeiten.

Auch Cepos-Direktor Martin Ågerup meint, das dies der Gesamtbevölkerung zugute kommen werde. Das müsse man dann gegen die größere Ungleichheit abwägen. Lisbeth Bech Poulsen von den Volssozialisten SF stellt fest, dass die Armen die Rechnung zahlen müssen, weil man die Transferleistungen reduziert.

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