Entlastung

Reichspolizei will Elitesoldaten für Polizeiaufgaben schulen

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
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Foto: Scanpix

Einheiten des Jägerkorps und der Kampfschwimmer sollen ab dem kommenden Jahr so geschult werden, dass sie auch Polizeiaufgaben übernehmen können.

Die Reichspolizei arbeitet derzeit an einer Möglichkeit, Soldaten des Militärs für Polizeiaufgaben zu schulen. Darüber wurden die rechtspolitischen Sprecher der Parlamentsparteien bei einem vertraulichen Treffen in den Sommerferien informiert, berichtet die Zeitung Berlingske.

„Das Justizministerium kann bestätigen, dass die Reichspolizei an einem neuen Rekrutierungsmodel arbeitet, bei dem andere Fachgruppen für Polizeiaufgaben ausgebildet werden“, schreibt das Ministerium an die Zeitung. Es gehe davon aus, dass ab dem kommenden Jahr geeignete Personen aus zum Beispiel dem Militär geschult werden. Laut Zeitung soll dies vor allem für Elitesoldaten aus dem Jägerkorps und von den Kampfschwimmern gelten.

Die Polizei braucht Hilfe

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Claus Oxfeldt, sagt, dass die Polizei jede Hilfe benötige, die sie bekommen könne, es allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen werde, die neuen Kräfte zu schulen und ihnen die rechtlichen Grundlagen beizubringen.

Am Freitag gab Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre) bekannt, dass das Militär die Polizei ab September an den Grenzen entlasten soll, um Polizeibeamte für die Bekämpfung von Bandenkonflikten freizumachen.

Skepsis auf Christiansborg

Mehrere Parteien auf Christiansborg stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber: „Es ist sehr problematisch, dass das Militär immer weiter in das Aufgabenfeld der Polizei rückt. Wir haben beschlossen, unsere Bereitschaft in verschiedene Kräfte aufzuteilen, weil sie verschiedene Aufgaben wahrnehmen. Deshalb ist es klar, dass dies sehr beunruhigend ist, wenn Soldaten immer mehr damit beginnen, die Arbeit der Polizei zu übernehmen“, so die rechtspolitische Sprecherin der Alternativen, Carolina Magdalene Maier.

Gleiche Aussagen kommen auch von der Einheitsliste, der Sozialistischen Volkspartei und der Radikalen Venstre. Sie sind skeptisch und fordern von Justizminister Søren Pape Poulsen weitere Informationen.

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