Gesundheitsreform

Regionsratsmitglieder befürchten Rückschritt

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Nordschleswig
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Region Süddänemark
Zentraler Sitz der Region Süddänemark in Vejle. Foto: Cornelius von Tiedemann

Die beiden Regionsratsmitlieder Jørn Lehmann Petersen und Mette Bossen Linnet sind in verschiedenen Parteien, doch halten beide die Auflösung ihres Regionsrates für keine gute Idee, sehen aber verschiedene Kritikpunkte.

Jørn Lehmann Petersen (Sozialdemokraten) Foto: Region Syddanmark

Regionsratsmitglied Jørn Lehmann Petersen: Zentralisierung schwächt regionalen Zusammenhalt

„Ich werde bald 70, mein Arbeitsleben liegt nun hinter mir“, sagt Jørn Lehmann Petersen, der für die Sozialdemokraten im Regionsrat der Region Süddänemark sitzt. So stellt die von der Regierung beschlossene Auflösung der Regionsräte keinen Bruch in seiner politischen Karriere dar; doch die Entscheidung bereitet ihm Kummer. Er sei von Menschen gewählt worden, die ihm vertrauten, und nun könne er seine Arbeit nicht zu Ende bringen, das sei für ihn schlimm. Es sei ein gewaltiger Eingriff in die Demokratie zum Zweck einer wirtschaftlichen Optimierung des Gesundheitswesens und seiner Ansicht nach zum Nachteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts in den Regionen. Jørn Lehmann Petersen befürchtet, dass die Entscheidungen, die seiner Aussage nach in Zukunft in Kopenhagen von Beamten getroffen werden, zu einer größeren Zentralisierung führen und Nordschleswig zu einem noch stärkeren Außenbezirk Dänemarks werden lassen. Seiner Meinung nach wird der Einfluss der deutschen Minderheit abnehmen und auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit leiden. Dies alles sei sehr ärgerlich.

Mette Bossen Linnet (Venstre) Foto: Region Syddanmark

Mette Bossen Linnet: Regionen sind Teil der Lösung

„Das Gesundheitswesen ist für mich eine Herzensangelegenheit“, sagt Regionsratsmitglied Mette Bossen Linnet aus Tondern. Für sie ist es ein zentrales Thema in der Politik, denn jeder Mensch komme mit ihm in Berührung – schon bei der Geburt, so die Venstre-Politikerin. Sie äußert Verständnis für die Hintergründe der Reform – ein Gesundheitswesen näher am Menschen, ist genau das, wofür sie sich einsetzt. Nur: „Wir haben die Probleme in der Region erkannt, haben daran gearbeitet und gerade in Tondern gute Fortschritte gemacht“, so Mette Bossen Linnet. Deshalb mache sie die Entscheidung sehr traurig. Sie sagt: „Es wäre besser gewesen, wie hätten von der Regierung konkrete Werkzeuge in die Hand bekommen, um die Herausforderungen zu meistern.“ Sie befürchtet, dass nach der Abschaffung des Rates deutlich weniger Personen in einem großen Gebiet die Probleme stemmen müssen, und ob das für mehr Nähe sorgen wird, daran hat sie ihre Zweifel.

Weil ihr Herz für das Gesundheitswesen schlägt, will sich Mette Bossen Linnet in ihrem Beruf bei der Kommune Tondern und auch weiterhin in der Politik engagieren – dann auf kommunaler Ebene.

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