Coronavirus

Regierung hofft auf ersten Impfstoff Ende Dezember

Regierung hofft auf ersten Impfstoff Ende Dezember

Regierung hofft auf ersten Impfstoff Ende Dezember

Ritzau/wt/hm
Kopenhagen
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Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Soz.) stellte am Donnerstagabend den Corona-Impfplan vor. Foto: Dado Ruvic/Reuters/Ritzau Scanpix

In den vergangenen Tagen wurde der Ruf in den Medien nach einer Erklärung der Regierung zu einem Corona-Impfplan lauter. Am Donnerstagabend nun stellte Gesundheitsminister Magnus Heunicke den Plan der Regierung vor.

Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Soz.) hat am Donnerstagabend einen Impfplan in groben Zügen vorgestellt. Er erklärte einleitend, dass der Impfstoff die Situation grundsätzlich ändern werde. Er stellte fest: „Allen Bürgern in Dänemark, Grönland und auf den Färöern wird eine Impfung angeboten. Sie wird freiwillig und kostenlos sein.“ Nach Aussage des Ministers werden im besten Fall die ersten Dosen Ende Dezember geliefert.

Thomas Senderovitz, Direktor der Pharmabehörde, versicherte in diesem Zusammenhang, dass die Behörde bei der Sicherheit des Impfstoffs keine Kompromisse eingehen werde.

Seinen Worten nach stellen sich die meisten Nebenwirkungen innerhalb der ersten sechs Wochen ein. Darauf würden die Impfstoffe vor der Anerkennung getestet, so Senderovitz.

Doch auch nach der Verabreichung behält die Behörde die Impfstoffe im Blick, um mögliche Nebenwirkungen zu entdecken.

Langer Weg: Ende 2021 genug Impfstoff für alle

Es werde noch etliche Monate dauern, bevor genug Impfstoffe für alle vorhanden sind, betonte Senderovitz. Er schätzt, dass dies erst Ende des kommenden Jahres der Fall sein werde.

Beginnen nun die Lieferungen, wird es nicht genug Impfstoff für alle gleichzeitig geben. Daher sollen Risikogruppen und das Gesundheitspersonal als Erste geimpft werden. Dies stellte der Direktor der Gesundheitsbehörde, Søren Brostrøm, klar. Es soll sich dabei um rund 1,5 Millionen Menschen handeln.

Es müsse jedoch vermutlich auch unter diesen Gruppen priorisiert werden, da zunächst auch für die Risikogruppen nicht genug Impfstoff bereitstehen werde, so Brostrøm. Zunächst würden die ältesten Bürger geimpft.

Keine Impfung für Schwangere

Er machte deutlich, dass es auch Gruppen gebe, die zunächst nicht geimpft werden können. Dies seien zum Beispiel schwangere Frauen und Kinder, da die Impfstoffe nicht an ihnen getestet worden sind. Schließlich sagte er: „Wir müssen respektieren, wenn Menschen sich gegen eine Impfung entscheiden.“

Die Gesundheitsbehörde arbeitet nach eigener Aussage daran, Impfzentren einzurichten. Die bekannten weißen Testzelte sollen genutzt werden.

Regierung hielt sich lange bedeckt

Während Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Mitte November in Aussicht stellte, dass bis Mitte Dezember alle Kreise und kreisfreien Städte Schleswig-Holsteins einsatzbereit sind (mit oder ohne Impfstoff) und dass sich das Bundesland bei der Impfreihenfolge an die Prioritätenliste des Deutschen Ethikrats halten werde, hielt sich die dänische Regierung mit Meldungen über einen Impfplan zurück.

Das Thema Impfplan/Impfstrategie geriet in den vergangenen Tagen zusehends in den Fokus der dänischen Medien.

Søren Brostrøm stellte sich gegen die Kritik, Dänemarks Handeln in Sachen Impfplan sei zu langsam. Man habe intensiv im Hintergrund an diesem Plan gearbeitet, so Brostrøm.

Der Artikel ist um 20.10 Uhr zuletzt aktualisiert

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