Umwelt

Plastikabfall soll nicht mehr exportiert werden

Plastikabfall soll nicht mehr exportiert werden

Plastikabfall soll nicht mehr exportiert werden

Paul Sehstedt
Kopenhagen
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Foto: picture-alliance/dpa

Die dänische Regierung will, dass deutlich mehr Plastik wiederverwertet und nicht wie bislang verbrannt wird. Deshalb haben zwei Minister eine Gesetzesinitiative gestartet.

„Das Ziel der Regierung ist, dass wir unseren Plastikabfall nicht mehr exportieren, sondern selbst wiederverwerten“, erklärt Jakob Sejr Teichert, Pressechef des Umweltministeriums auf die Frage des Nordschleswigers, was mit dem gesammelten Plastikabfall geschehen soll, falls der Vorschlag zweier Minister zum Gesetz erhoben wird.

Die Initiative von Umweltministerin Lea Wermelin und Klimaminister Dan Jørgsen zielt auf eine verbesserte Wiederverwertung von unter anderem Plastik hin, um die Verbrennung von rund 370.000 Tonnen jährlich um 80 Prozent zu verringern.

EU arbeitet an Verbot von Müllexport

„Die EU-Kommission arbeitet zurzeit an einem europaweiten Exportverbot in Drittländer“, führt Teichert ferner aus. „Der dänische Plastikmüll geht in die Ausfuhr nach Deutschland, wo Anlagen betrieben werden, die den Abfall umweltgerecht verarbeiten können. In Dänemark ist das Volumen noch zu gering, um entsprechende Betriebe selbst zu versorgen, doch das könnte sich ändern, falls der Regierungsvorschlag Zustimmung finden sollte.“

Frankreich, die Niederlande und Dänemark arbeiten gemeinsam mit großen Industrieunternehmen an einem Konzept, das die Wiederverwertung erleichtern und die Plastikqualität anheben soll, so der Pressechef.

Müllverbrennung „unnötige" Klimabelastung

Er konnte jedoch nicht darauf antworten, ob der Plastikabfall durch Pyrolyse in Öl verwandelt werden solle, da diese und andere spezifischen Fragen bisher nicht erörtert worden sind. Das Ministerduo sieht in der Plastikmüllverbrennung eine unnötige Umweltbelastung, die sich negativ auf die Klimabilanz Dänemarks auswirkt.

Falls nichts unternommen wird, schätzen die Minister, dass die Verbrennungsanlagen 2030 jährlich 1,5 Millionen Tonnen CO2 emittieren. Das entspricht 3,6 Prozent der Gesamtemissionen an Kohlendioxid. Der Regierung schwebt eine Vision von Umweltneutralität des Abfallsektor vor und daher soll bereits in den Haushalten eine Aufteilung in verwertbare und wertlose Kunststoffe vorgenommen werden. Dazu gesellen sich neun andere Abfallgruppen, die die Bürger selbst berücksichtigen sollen. Der gesamte Plan soll am Mittwoch vorgelegt werden.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Stimme für die Tiere“