Corona-Maßnahmen

Nach Schutzmasken-Empfehlung: DSB streicht Sitzplatzpflicht

Nach Schutzmasken-Empfehlung: DSB streicht Sitzplatzpflicht

Nach Schutzmasken-Empfehlung: DSB streicht Sitzplatzpflicht

dodo/Ritzau
Kopenhagen
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DSB will die verpflichtende Sitzplatzreservierung streichen – die Politik ist entsetzt. Foto: Nikolaj Bransholm/Gonzales Photo/Ritzau Scanpix

Künftig soll es für Bahnreisende nicht mehr verpflichtend sein, einen Sitzplatz zu reservieren. DSB begründet dies mit der Empfehlung der Gesundheitsbehörde, Schutzmasken zu tragen, und geht davon aus, dass die Kunden dieser folgen. Von politischer Seite hagelt es Kritik.

Die staatliche dänische Bahngesellschaft DSB hebt die coronabedingte Reservierungspflicht für Sitzplätze in ihren Zügen auf. Das schreibt DSB in einer Pressemitteilung. Seit Mitte März mussten Kunden eine kostenlose Sitzplatzreservierung vornehmen, um mit den Intercity- und Regionalzügen zu fahren.

Künftig soll die Sitzplatzbuchung wieder zwischen 10 und 30 Kronen kosten.

Für Regionalzüge wird es gar keine Reservierungsmöglichkeit mehr geben.

Schutzmasken als Begründung

Die Änderungen werden mit den Empfehlungen der Gesundheitsbehörde begründet, in öffentlichen Verkehrsmitteln Schutzmasken zu tragen.

„Den Kunden wird empfohlen, Schutzmasken zu tragen, und damit haben wir auch die Möglichkeit, die Sitzplatzkapazitäten in höherem Maße auszunutzen. Das gilt sowohl für Fern- als auch Regionalzüge, aber auch für S-Bahnen, in denen man nicht länger versetzt sitzen muss“, sagt Tony Bispeskov, Informationschef bei DSB, zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Kommen alle der Empfehlung nach?

Da es sich allerdings nur um eine Empfehlung handelt und nicht um eine Pflicht, ist nicht damit zu rechnen, dass alle Passagiere eine Schutzmaske tragen werden.

Besteht deshalb nicht ein gesellschaftliches Risiko, wenn die Reservierungspflicht aufgehoben wird?

„Wir werden alles tun, um unsere Kunden darüber zu informieren, dass diese Empfehlungen jetzt gelten, damit jeder über sie Bescheid weiß“, so Bispeskov.

Er glaube daran, dass die Bahn-Passagiere den Empfehlungen der Gesundheitsbehörde nachkommen werden.

Kritik von politischer Seite

Kurz nach der Bekanntmachung erntete DSB massive Kritik von politischer Seite.

Die Sprecherin für Verkehrspolitik der Sozialistischen Volkspartei (SF) schrieb auf Facebook: „Wenn jeder Bus- und Bahnfahrer eine Schutzmaske tragen würde, dann wäre eine Reservierungspflicht vielleicht überflüssig, aber eine Empfehlung ist eben nur eine Empfehlung, und derzeit kommen noch viel zu wenige dänische Bürger dieser nach.“

Auch der Sprecher für Gesundheitspolitik der Konservativen, Per Larsen, spricht auf Twitter von „Unverständnis“ gegenüber der Entscheidung. Er kündigte an, sich diesbezüglich an den Gesundheitsminister wenden zu wollen.

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