Mikroplastik

Minister setzt Untersuchung in Gang

Minister setzt Untersuchung in Gang

Minister setzt Untersuchung in Gang

Ritzau/jrp
Kopenhagen
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Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Nachdem auch Plastikteilchen im Kopenhagener Trinkwasser gefunden wurden, wird eine Untersuchung eingeleitet. Bisher ist noch unklar, welchen Einfluss Mikroplastik auf Lebenwesen hat.

Mikroplastik

Als Mikroplastik werden Kleinstteilchen aus Kunststoff mit einem Durchmesser von weniger als 5 Millimeter bezeichnet. Es gibt jedoch kaum Teilchen, die kleiner sind. Sie können als kleine Kügelchen vorkommen, die für Zahncreme und Kosmetika verwendet werden. Mikroplastik im Trinkwasser stammt, nach heutigen Erkenntnissen, zu einem Prozent aus produzierten Teilchen, der Rest entsteht aus Kunststoffmüll. Bei einer weltweit durchgeführten Untersuchung von Trinkwasser wurde in 83 Prozent der Proben Mikroplastik gefunden.

Kleinste Plastikteilchen sind inzwischen auch in Proben von Kopenhagener Trinkwasser gefunden worden. Sie werden Mikroplastik genannt. Nachdem Umwelt- und Lebensmittelminister Esben Lunde Larsen (V) von den Oppositionsparteien am Mittwoch deshalb zu einem Treffen aufgefordert wurde, wird nun eine Untersuchung gestartet. Das geht aus einer Pressemitteilung des dänischen Umweltministeriums hervor.

In 16 Haushalten in der Hauptstadt sind kürzlich bis zu 18 Plastikteilchen je Liter Trinkwasser von Umwelttechnikern von Cbhbusiness Fachbereich Labore und Umwelt gefunden worden.

Esben Lunde Larsen sagte, dass „diese Ergebnisse zu unsicher sind . Deshalb setzen wir eine umfassende Untersuchung in gang.” Bisher gibt es keine Messmethode, die als Grundlage dienen könnte. Auch das soll mit dem Auftrag des Ministeriums geändert werden. „Die soll innerhalb weniger Monate zur Verfügung stehen. Erst dann wird die eigentliche Trinkwasseruntersuchung beginnen”, erklärte Lunde Larsen. Wie die Plastikpartikel ins Trinkwasser gelangen, ist ungewiss. Sie können als Verunreinigung aus den Wasserwerken, den Versorgungsrohren oder sogar aus dem Grundwasser stammen.

Auch von Danva, einer Interessenorganisation von trinkwasserproduzierenden Unternehmen, wird die Forderung nach einem professionellen Analysesystem unterstützt. Das meldet der Verband auf seiner Internetseite.

Bisher wissen Forscher auch nicht, welchen Einfluss das Mikroplastik auf Lebewesen hat. In Deutschland ist bei Untersuchungen aus den Jahren 2013 und 2014 festgestellt worden, dass sich die Plastikteilchen in der Nahrungskette anreichern und Lebewesen gefährden können, weil sich Gifte an den kleinen Partikeln festsetzen und so mit der Nahrung aufgenommen werden. Allerdings steht die Forschung hier noch am Anfang.

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