Mensch & Umwelt

Klimarat fordert mehr Tempo

Klimarat fordert mehr Tempo

Klimarat fordert mehr Tempo

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Auch die Landwirtschaft soll beim Klimaschutz tätig werden. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Der Kohlendioxid-Ausstoß soll in Dänemark bis 2030 um 70 Prozent reduziert werden. Noch ist unklar, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Der nationale Klimarat legt einige Ideen auf den Tisch.

Vor dem Hintergrund der Verhandlungen über ein Klimaschutzgesetz fordert der unabhängige Klimarat der Regierung mehr Tempo bei der Umstellung auf regenerative Energien und bei der Reduktion der Treibhausgas-Emission. Diese soll bis 2030 um 70 Prozent reduziert werden, wie genau ist aber noch unklar.

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Klimarates, Peter Møllgaard, muss das Tempo der grünen Umstellung deutlich erhöht werden. Der Klimarat schlägt unter anderem Folgendes vor:

  • Abgaben für Flugreisen
  • Kaufanreize für Elektroautos
  • Aufbauplan für Ladestationen
  • Erhöhung der CO2-Abgabe

Zudem rät der Rat davon ab,

  • Biomasse generell als CO2-neutral anzusehen,
  • kohlenstoffreiche Äcker zu bewirtschaften,
  • den CO2-Ausstoß über Quotenhandel zu mindern.

Die Flugabgabe sollte sich dem Rat zufolge danach richten, wie lang der Flug dauert und welche Abgaben in den Nachbarländern zu entrichten sind. Laut Peter Møllgaard könnte dies bedeuten, dass ein Flug innerhalb Europas 50 Kronen teurer wird, ein Flug nach Fernost dann 300 Kronen. Dies sei ein erster Schritt, der kurzfristig nicht viel bringen werde, räumt der Vorsitzende ein. Es sei aber wichtig, mit der Regulierung der Flugbranche zu beginnen.

Landwirtschaftlicher Verband begrüßt Vorschlag

Der Branchenverband der Landwirtschaft Landbrug & Fødevarer begrüßt den Vorschlag, kohlenstoffreiche Felder aus der Bewirtschaftung zu nehmen. Landbrug & Fødevarer hat nach eigener Aussage bereits Anfang des Jahres zusammen mit dem Dänischen Naturschutzverein vorgeschlagen, rund 100.000 Hektar Land nicht mehr zu nutzen. Diese torfigen Böden in nassen Gegenden enthalten viel Kohlenstoff, Drainagen führen allerdings dazu, dass der Kohlenstoff oxidiert wird und CO2 entsteht. Von Feldern dieser Art soll es in Dänemark etwa 171.000 Hektar geben.

Laut Anne Arhnung, Direktorin des Landwirtschaftsverbandes, würden die Landwirte gerne diese Felder aus der Bewirtschaftung nehmen, eine gesetzliche Regelung sei nicht nötig, man müsse nur das nötige Geld finden, so Arhnung.

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