Schulden

Jeder Fünfte steht beim Staat oder der Kommune in der Kreide

Jeder Fünfte steht beim Staat oder der Kommune in der Kreide

Jeder Fünfte steht beim Staat oder der Kommune in der Kreide

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Steuerminister Morten Bødskov (Soz.) meint, dass sich die Schuldeneintreibung auf gutem Weg befindet. Aus diesem Grunde will er nicht auf einen großen Teil säumiger Zahlungen verzichten. (Archivfoto) Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

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Jede fünfte Person in Dänemark hat Schulden bei der öffentlichen Hand. Dies führt zu rekordhohen Außenständen. Der Steuerminister will jedoch nicht auf das Geld verzichten sondern stattdessen dessen Eintreibung voranbringen.

Bürgerinnen und Bürger in Dänemark sowie dänische Unternehmen schulden der öffentlichen Hand insgesamt mehr als 142 Milliarden Kronen.

Den größten Anteil machen dabei private Schuldner aus. Etwa 1,1 Million Dänen haben Schulden bei der öffentlichen Hand in Form von unbezahlten Steuerschulden, Unterhaltszahlungen oder Strafzetteln.

Ungleiche Verteilung

Die Schulden sind ungleich verteilt. Am meisten schulden die Bürgerinnen und Bürger der Region Seeland. Hier belaufen sich die Außenstände auf durchschnittlich 127.000 Kronen pro Person. In der Region Süddänemark betragen die Rückstände im Durchschnitt 98.000 Kronen.

Das geht aus einer neuen Berechnung der Behörde für Schulden (Gældsstyrelsen) hervor, die Schulden gegenüber dem Staat, den Kommunen und öffentlichen Unternehmen eintreibt.

Auch auf kommunaler Ebene gibt es erhebliche Unterschiede. Demnach finden sich mit 22 Prozent die meisten Schuldner in der Kommune Lolland, während es in Allerød nur zehn Prozent sind.

Außerdem gibt es große individuelle Unterschiede. Sehr viele schulden einen geringeren Betrag, einige stehen hingegen mit mehreren Millionen Kronen in der Kreide.

Der klassische Schuldner ist ein Mann im Alter zwischen 20 und 59 Jahren. Frauen schulden ein Drittel von dem, was Männer schulden.

Derartige Unterschiede will die Regierung in die Verhandlungen zur Frage einer weiteren Verschärfung der Schuldeneintreibung mit einbeziehen, die im Herbst gemeinsam mit den übrigen Parteien geführt werden soll.

Schulden sollen eingetrieben werden

Im vergangenen Jahr hat die Behörde für Schulden 10,4 Milliarden Kronen an Außenständen eingetrieben. Dies ist ein neuer Rekord. Steuerminister Morten Bødskov (Soz.) erwartet, dass dieser Betrag in diesem Jahr nochmals höher ausfallen wird.

Die Schulden steigen nämlich aufgrund hoher Zinsen explosionsartig an. Alleine in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind sie um weitere sieben Milliarden Kronen angewachsen. Deshalb kann es schwierig werden, die ausstehenden Beträge jemals komplett einzutreiben.

Dennoch will der Steuerminister nichts von einem Schuldenerlass wissen, um reinen Tisch zu machen. Sein Kredo lautet, dass Schulden oder auferlegte Strafzahlungen auch bezahlt werden müssten.

Besondere Hoffnung setzt der Minister dabei auf ein effektiveres System, mit dem die säumigen Zahlungen eingetrieben werden sollen. Nun sei es an den im Folketing vertretenen Politikern festzulegen, mit welchem Nachdruck dies geschehen solle.

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