Gesundheit

Gewerkschaftsvorsitzender: Zahl der ungeeigneten Wehrpflichtigen ist besorgniserregend

jt
Kopenhagen
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Foto: Malene Anthony Nielsen/Ritzau Scanpix

ADHS, Angst, Depressionen: Mehr denn je scheitern bei der Musterung. Bedenklich, meint der Vorsitzende der Soldatengewerkschaft.

Der generelle Gesundheitszustand der jungen Männer und Frauen, die gerne ihre Wehrpflicht absolvieren wollen, ist besorgniserregend. Das erklärt der Vorsitzende der Soldatengewerkschaft, Flemming Vinther, nachdem die Tageszeitung Berlingske berichtete, dass bei der Musterung jeder zweite junge Mann als ungeeignet für den Wehrdienst erklärt wurde.

„Das zeigt mir, dass wir als Gesellschaft über den Gesundheitszustand dieser jungen Leute besorgt sein müssen“, so Vinther zur Nachrichtenagentur Ritzau. Denn er sei nicht der Meinung, dass das dänische Militär besonders hohe physische Anforderungen an die Wehrpflichtigen stelle.

2017 war es bei der Musterung lediglich 46 Prozent der jungen Leute gestattet, eine sogenannte „Nummer“ zu ziehen (entscheidet, ob jemand einberufen wird oder nicht). Das ist laut Berlingske die niedrigste jemals gemessene Zahl. Zugleich wurden 48 Prozent für ungeeignet erklärt – eine Steigung um 20 Prozentpunkte seit 1995.

Psychische Diagnosen

22 Prozent derjenigen, die 2017 ungeeignet waren, wurden aufgrund von psychischen Diagnosen wie ADHS, Angst oder Depressionen ausgemustert, so Zahlen der militärischen Personalbehörde. Die Behörde berichtet zudem, dass die Militärärzte aktuell eine generell steigende Zahl von Diagnosen im Vergleich zu früher feststellen.

„Das Militär kann auch ohne diese Leute klarkommen. Doch anscheinend haben wir einige Jugendjahrgänge, die die physische Belastung des Militärs nicht standhalten können“, so der Gewerkschaftsvorsitzende. Ihm zufolge sollte demnach bei den Verantwortlichen für die Gesundheit junger Menschen alle Alarmglocken läuten.

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