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Frührentenmodell in der Kritik

Frührentenmodell in der Kritik

Frührentenmodell in der Kritik

Kopenhagen
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Experten sehen den Vorschlag der Regierung zur Frühverentung kritisch. Foto: DPA

Vor einiger Zeit hatte die sozialdemokratische Regierung ein Frührentenmodell ins Spiel gebracht, das abgearbeiteten Arbeitnehmern zugute kommen soll. In der Zeitung „Jyllands-Posten" bezweifeln zwei Experten aber den Sinn des Modells.

Wie die Zeitung „Jyllands-Posten“ berichtet, sind sich Experten darin einig, dass das Frührentenmodell der Regierung den betroffenen Personen nicht viel bringen wird.

Zwar hat die Regierung noch kein konkretes Rentenmodell präsentiert, doch hatten die Sozialdemokraten der Zeitung zufolge bereits durchblicken lassen, dass Arbeitnehmer, die rund 40 Jahre gearbeitet haben, sich drei Jahre vor dem eigentlichen Rentenalter aus dem Berufsleben zurückziehen können, wenn sie körperlich abgearbeitet sind. Somit könnte ein 63-Jähriger, der heute Aussicht darauf hat, mit 67 die staatliche Rente (folkepension) zu erhalten, mit 64 in den Ruhestand gehen.

Gesundheitsexpertin: Verschleiß vor dem 60. Lebensjahr

Doch die Arbeitsmedizinerin Karen Søgaard von der Syddansk Universitet ist der Auffassung, dass der körperliche Verschleiß, der die Arbeit zur Mühsal werden lässt, einige Jahre vorher einsetzt. Die Möglichkeit, drei Jahre vor dem Erreichen des staatlichen Rentenalters in den Ruhestand zu gehen, hält sie für sehr spät. Søgaard schlägt dagegen vor, mit Umschulungen oder einer kürzeren Arbeitswoche denjenigen Arbeitnehmern entgegenzukommen, die körperlich abgearbeitet sind.

Auch Mona Larsen vom nationalen Forschungszentrum für Wohlfahrt Vive ist der Meinung, dass man Arbeitnehmern, die einem körperlich anstrengenden Beruf nachgehen, helfen sollte, bevor sie in die 60er kommen. Sie hat auf die 67-Jährigen im Jahr 2017 geschaut und herausgefunden, dass 41 Prozent derjenigen, die vor ihrem 62. Geburtstag in Rente gingen, dafür gesundheitliche Gründe angaben. Von denjenigen, die die nach dem 62. Geburtstag in Rente gingen, gaben nur 10 Prozent gesundheitliche Probleme als Rentengrund an.

Hummelgaard: Arbeitsbedingungen verbessern

Beschäftigungsminister Peter Hummelgaard (Sozialdemokraten) bleibt dabei, dass der Vorschlag der Regierung eine frühzeitige Rente enthalten wird. Zu „Jyllands-Posten" sagte er, es sei wichtig, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Zudem sei es wichtig, Umschulungen bestmöglich anzubieten.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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