Flucht und Einwanderung

2.835 abgelehnte Asylbewerber sind verschwunden

jt
Kopenhagen
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Foto: dpa (Symbolfoto)

Eine neue Analyse der Reichspolizei zeigt, dass 5.564 Asylbewerber untergetaucht oder verschwunden sind. Besorgniserregend, meint eine rechtspolitische Sprecherin.

Viele Asylbewerber, deren Anträge abgelehnt wurden, könnten sich weiterhin in Dänemark befinden. Das zeigt eine neue Analyse der Reichspolizei, berichtet der Radiosender 24syv. Insgesamt seien 2.835 abgelehnte Asylbewerber verschwunden. Hinzu kommen noch 2.729 untergetauchte Personen, die noch auf eine Entscheidung in ihrem Asylverfahren warten. „Das ist besorgniserregend“, erklärt die rechtspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten.

Ihr zufolge solle die Polizei verstärkt eingreifen und die verschwundenen Personen aufspüren. Zugleich habe sie auch die Integrationsministerin Inger Støjberg (Venstre) um eine Stellungnahme gebeten.

Ob die Asylbewerber nach Hause gereist sind, ist derzeit unklar. „Es kann aber auch sein, dass sie hierzulande den dänischen Arbeitsmarkt hintergehen“, so Bramsen zu Radio 24syv. Die Leiterin des Nationalen Ausländerzentrums der Polizei, Helga Lund Laursen, erklärt, dass ein Großteil der verschwundenen Asylbewerber innerhalb von drei Jahren das Land verlassen.

„Nur ein geringer Anteil wird wieder auftauchen“, so Lund Laursen und ergänzt: „Die Polizei erwischt bei Streifen auch immer wieder untergetauchte Asylbewerber.“

Der rechtspolitische Sprecher der Konservative, Naser Khader, ist, im Gegensatz zu seiner Kollegin Bramsen, nicht über die große Zahl der verschwundenen Asylbewerber besorgt. „Es ist schwer in Dänemark ohne Ausweismöglichkeiten auf eigenen Beinen zu stehen. Deshalb glaube ich, dass die meisten wieder ausgereist sind“, so Khader.

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