Abweisung an der Grenze

Flensburgs Oberbürgermeisterin beklagt mangelnde Zusammenarbeit

Flensburgs Oberbürgermeisterin beklagt mangelnde Zusammenarbeit

Oberbürgermeisterin beklagt mangelnde Zusammenarbeit

Flensburg
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Für die Oberbürgermeisterin Flensburgs, Simone Lange, hakt es bei der deutsch-dänischen Zusammenarbeit in Krisensituationen deutlich. Foto: Lars Salomonsen/Flensborg Avis

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Dänemark lässt nicht alle Flüchtlinge ins Land. Flensburg muss sich um diese Menschen kümmern. Flensburgs Oberbürgermeisterin macht nun ihrem Ärger in „Flensborg Avis“ Luft.

In der Zeitung „Flensborg Avis" beklagt sich die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) über mangelnde Gesprächsbereitschaft seitens Dänemarks in Sachen Zurückweisung von Flüchtlingen an der deutsch-dänischen Grenze.

Wie die Zeitung berichtet, hat die Oberbürgermeisterin am Sonntag die Turnhalle der Hanna-Arendt-Schule besucht, in der Flüchtlinge, die von Dänemark an der Grenze zurückgewiesen wurden, untergebracht sind.

Ihrer Darstellung nach sind unter den Abgewiesenen auch Ukrainerinnen und Ukrainer. Donnerstag, Freitag und Sonnabend waren es ihren Worten nach jeweils rund 50 Personen.

Oberbürgermeisterin: Fühlen uns allein gelassen

„Es gibt keinen im Grenzland, der mit uns spricht“, beklagt sich Lange in  „Flensborg Avis“. „Wir fühlen uns allein und im Stich gelassen.“

Richtung Dänemark erhebt sie den Vorwurf: „Dänemark hat versprochen, es zukünftig besser zu machen, aber wir sind schon wieder in der gleichen Situation.“

Die Oberbürgermeisterin bezieht sich dabei auf die dänischen Beschränkungen in der Corona-Pandemie. Bei der Einführung der Regeln sah sich Flensburg nicht ausreichend informiert.

Sie hoffe, dass sich die Situation kommende Woche ändere, so Lange.

Viele Flüchtlinge wollen laut „Flensborg Avis“ gern nach Schweden. Sie gelangen mit deutscher Hilfe auf die Fähre in Kiel, die sie nach Schweden bringt.

Gegenüber „Flensborg Avis“ erklärt Ausländer- und Integrationsminister Mattias Tesfaye (Soz.), dass sich bei der Vorgehensweise an der Grenze nichts ändern werde.

„Dänemark wünscht eine enge Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden. Aber wir müssen uns nach den gemeinsamen EU-Regeln richten, die beide Länder unterschrieben haben. Die bedeuten, dass Menschen aus Drittländern ohne Aufenthaltsrecht in der EU nicht frei reisen können, sondern Asyl beantragen müssen, wenn sie nach Dänemark einreisen wollen. Wenn man keine Aufenthaltsgenehmigung besitzt und auch nicht Asyl beantragen möchte, entspricht es den Regeln, dass man nicht einreisen kann“, schreibt Tesfaye in einer schriftlichen Antwort an „Flensborg Avis“.

Der Artikel ist am 14. März um 7.46 Uhr um den Kommentar von Mattias Tesfaye ergänzt worden.

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