Kultur

Wissen geht digital

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Kopenhagen
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22 Bände machen die analoge Enzyklopädie „Den Store Danske“ aus – jetzt wird das Wissen digital. Foto: Bax Lindhardt/Ritzau Scanpix

Gyldendal und Gads Forlag wollen Dänmarks größtes Nachschlagewerk schaffen – digital.

Gyldendal lässt das „Die große Dänische Enzyklopädie” (Den Store Danske) online neu aufleben – und will in Zusammenarbeit mit dem topografischen Nachschlagewerk Trap Danmark das größte digitale Nachschlagewerk in Dänemark schaffen. Trap Danmark wird vom Gad Verlag herausgegeben.

Die Pläne für das Vorhaben hat Gyldendal in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Beide Verlage wollen in den kommenden Jahren ein digitales Portal schaffen, das die Inhalte beider Werke vereint – und möglicherweise die Informationen anderer relevanter Werke in sich aufnimmt. Das ehrgeizige Ziel: „Das größte dänische Nachschlagewerk jemals”. „Trap Danmarks neue Ausgabe, die die Beiträge von über 1.000 Forschern und Experten beinhaltet, sammelt das wesentliche Wissen über das heutige Dänemark und wird zusammen mit Den Store Danske ein einzigartiges Werkzeug für alle in Dänemark werden”, sagt Joachim Malling, Vorstandsvorsitzender von Trap Danmark.

Anfang 2009 war die Enzyklopädie Den Store Danske online und kostenlos verfügbar gestellt worden. Seit August 2017 wurde das Lexikon jedoch nicht mehr erneuert. Der bis dahin von tausenden Redakteuren und Fachleuten seit 1994 hergestellte und editierte Inhalt ist unter www.denstoredanske.dk aber weiterhin zugänglich. In gebundener Form hat Den Store Danske 20 Bände, die zwischen 1994 und 2001 entstanden sind. Von 2002 bis 2006 kamen zwei ergänzende Bände hinzu.

Großer Zuschuss

Grund für die Einstellung der laufenden Aktualisierung der Enzyklopädie waren die fehlende Finanzierung des internetbasierten Nachschlagewerkes und ein entstandenes Defizit. Doch im soeben verabschiedeten Finanzhaushalt für 2019 bis 2022 hat die dänische Regierung 23 Millionen Kronen abgesetzt, damit das Werk auf den neuesten Stand gebracht werden kann. Eine Finanzierung für den laufenden Betrieb gibt es allerdings noch nicht. Das große Wissensportal werde nur überleben, wenn auch dieses Problem gelöst wird, lautet es von den beiden Verlagen.

Gefragt ist die Wissenssammlung nach wie vor. „Den Store Danske wird weiterhin in enormen Umfang genutzt und es besteht vor allem in Zusammenhang mit Ausbildungen ein Bedarf an einem Portal, in dem man glaubwürdiges und auf Forschung basierendes Wissen finden kann”, sagt Morten Hesseldahl, Geschäftsführer von Gyldendal.

Die Pläne sehen vor, dass eine aktualisierte Ausgabe von Den Store Danske und der größte Teil von der neuen Trap Danmark-Ausgabe im Laufe von 2020 zugänglich sein werden.

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