Popkultur

Kim Larsen schlägt posthume Wellen

Kim Larsen schlägt posthume Wellen

Kim Larsen schlägt posthume Wellen

cvt/Ritzau
Randers/Odense
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Lange Schlangen im Plattenladen bei Kim Larsen um die Ecke in der Nacht zu Freitag. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Ein halbes Jahr nach seinem Tod landet ein bisher unveröffentlichtes Album in den Charts. In Randers wurde derweil der Nachlass eines Gasolin'-Fans für viel Geld versteigert.

Als Allan Sund, ein eingefleischter Fan der dänischen Kultband Gasolin', 2015 starb, hinterließ er eine außergewöhnliche Sammlung an Schallplatten, Merchandise-Artikeln und Sammlerobjekten seiner Lieblingsband, deren Frontfigur der vor einem halben Jahr verstorbene Kim Larsen war.

Die gesamte Sammlung besteht aus rund 2.000 Einzestücken, darunter Platin- und Goldplatten und der erste Verstärker, den die Band benutzt hat. Ein Großteil wurde am Sonnabend im Rahmen einer Auktion im Konzertsaal Værket in Randers versteigert. Mit dabei: Ex-Gasolin'-Schlagzeuger Søren Berlev, der mit seiner aktuellen Band auftrat. Gasolin' existierten von 1969 bis 1978, danach war Kim Larsen auf Solopfaden unterwegs.

Die 350 am Sonnabend angebotenen Gegenstände wurden für „mehr als eine Million Kronen“ versteigert, so Auktionator Finn Campen. Der genaue Betrag wird nach Absprache mit der Familie nicht genannt. Bis zu 400 Personen sollen Gebote abgegeben haben.

Ex-Gasolin'-Drummer Søren Berlev am Sonnabend in Randers. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

Und dies bis heute erfolgreich. Sechs Monate nach seinem Tod ist in der Nacht zu Freitag ein neues Album Larsens erschienen. Alleine bei den Anbietern YouSee Musik und Telmore Musik sei es seither bereits rund 200.000 mal abgespielt worden, teilen die Unternehmen am Sonnabendnachmittag mit. Das Album mit dem Titel „Sange fra første Sal“ wurde auf den beiden Kanälen um sechs Uhr früh am Freitag veröffentlicht, auf Spotify war es bereits um kurz nach Mitternacht zu hören.

Zwölf Songs enthält das Album, das in der Wohnung Larsens in Odense im Frühjahr uns Sommer 2018 eingespielt wurde. „Ich würde es als sehr nacktes Album beschreiben“, sagt Pelle Svindborg, Musikredakteur bei YouSee Musik. Es sei Larsens Absicht gewesen, ein Album zu schaffen, dass an die ersten Soloplatten erinnert.

Noch vor den Internetnutzern waren Kunden des Plattenadens RecordPusher in Odense am Freitag an der Reihe. Ab 00.01 Uhr verkauften die Mitarbeiter dort in der Nacht zu Freitag die letzte Platte Larsens. Der Laden liegt nur wenige Meter von der Wohnung entfernt, in der der Nationalbarde die Songs eingespielt hat.

Am 30. September 2018 war Kim Larsen im Alter von 72 Jahren gestorben.

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