Gesellschaft

Dänen sind immer noch treue Kinogänger

Dänen sind immer noch treue Kinogänger

Dänen sind immer noch treue Kinogänger

Dirk Thöming
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Die Zahl der Kinobesucher ist unverändert hoch. Foto: Erik Witsoe/Unsplash

Seit etwa 20 Jahren gehen die Dänen unverändert häufig ins Kino, zeigen Zahlen von Danmarks Statistik. Und das, obwohl die Preise drastisch angestiegen sind.

Netflix und anderen Streaming-Diensten zum Trotz: Der gute, alte Kinobesuch steht bei der Bevölkerung Dänemarks weiter hoch im Kurs. Dies ist die Schlussfolgerung aus einer Zahlensammlung, die jetzt von der dänischen Statistikbehörde, Danmarks Statistik, veröffentlicht wurde.
Es gibt zwar starke regionale Unterschiede beim Gang ins Kino, aber alles in allem gehen die Dänen seit der Jahrtausendwende unverändert oft ins Kino.

Danmarks Statistik hat in der Auswertung nicht nur die verkauften Kinokarten berücksichtigt, sondern auch ein Bevölkerungswachstum von damals knapp 5,4 Millionen Einwohnern auf jetzt 5,8 Millionen mit einfließen lassen. Pro Einwohner werden im Durchschnitt unverändert etwa zwei Kinokarten jährlich verkauft.

In der Region Kopenhagen gehen die Menschen dreimal jährlich ins Kino, in ländlicheren Gebieten entsprechend weniger. Südjütland liegt mit 1,7 verkauften Karten per Einwohner mit ganz am unteren Ende, das bei 1,5 beginnt.
Zahl der Kinos in den 80ern halbiert1981 gab es die bei Weitem meisten Kinobesuche, und es gab in Dänemark auch fast doppelt so viele Kinos wie heute. Die Zahl der Kinos ging von damals 329 auf 160 in 2014 zurück. „Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Zahl Kinos in Dänemark in etwa stabil“, schreibt Danmarks Statistik.

Zwischen 2014 und 2017, der aktuellsten Zahl, die den Statistikern zur Verfügung steht, stieg die Zahl der dänischen Lichtspielhäuser sogar noch um sechs.

Den größten Einbruch verzeichneten die dänischen Kinos in den 90er Jahren, als nur 8,6 Millionen Karten verkauft wurden. Auf dem Höhepunkt 1981 wurden 16 Millionen Kinokarten verkauft, und vor zwei Jahren wieder immerhin knapp 12 Millionen.

Die Statistiker haben sich sogar die Anzahl der Sitzplätze und der Kinosäle angesehen. Bekanntlich haben moderne Kinocenter heute mehrere Säle, die aber insgesamt weniger Stühle haben als die alten Ein-Saal-Kinos aus den 1980er Jahren. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Sitzplätze ging somit um 53 Prozent zurück – auf die Kinos mit mehreren Sälen bezogen.

90 Kronen, aber Luxussitzplatz

Lag die Saalgröße bei Mehrsaal-Kinos in den 1980ern noch bei 289 Plätzen, waren es 217 nur noch 136 Plätze im Durchschnitt. Heute sind einiger dieser Sitzplätze in Luxusplätze verwandelt.

Zu guter Letzt hat Danmarks Statistik auch die Preise unter die Lupe genommen und festgestellt, dass ein Kinobesuch Jahr für Jahr teurer geworden ist, auch im Vergleich zur allgemeinen Inflation. Somit kostete ein Kinobesuch inflationsbereinigt im Jahr 2017 rund 62 Prozent mehr als 1984. Für das Durchschnittssticket müssen die Kinobesucher heute 90 Kronen zahlen.

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Kulturkommentar

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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