Forschung

Studie: Winterbaden kann schlank und gesund machen

Studie: Winterbaden kann schlank und gesund machen

Studie: Winterbaden kann schlank und gesund machen

mh
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Dänische Studie zeigt, dass der Körper von Winterbadenden spezifisch auf Kälte reagiert. Foto: Shutterstock

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Ein dänisches Experiment legt nahe, dass das Baden im Winter in Verbindung mit Saunabesuchen den Körper in die Lage versetzt, sich an extreme Temperaturen anzupassen: sowohl an niedrige als auch an hohe. Dies könnte, laut Forschern, nicht nur die Kalorienverbrennung positiv beeinflussen, sondern auch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.

Manch einer mag sagen, dass es schon etwas Besonderes ist, sich im Winter freiwillig in die kalten Wellen zu stürzen. Eine neue Studie der Universität Kopenhagen, die in der Fachzeitschrift „Cell Reports Medicine“ veröffentlicht wurde, zeigt nun, dass auch die Körper von Winterbadenden etwas Besonderes sind, wie „Videnskab.dk“ berichtet.

Wir glauben, dass Wärme eine niedrigere Körpertemperatur bewirkt und Kälte eine bessere Regulierung des braunen Fettes.

Camilla Schéele, Professorin und Forscherin

Regelmäßiges Eintauchen in kaltes Wasser und anschließendes Schwitzen in der Sauna beeinflussen nämlich die Energieverbrennung und die Wärmeproduktion des braunen Fettgewebes.

„Wir glauben, dass Wärme eine niedrigere Körpertemperatur bewirkt und Kälte eine bessere Regulierung des braunen Fettes“, sagte Camilla Schéele, Professorin und Gruppenleiterin am Novo Nordisk Foundation Center for Basic Metabolic Research (CBMR) an der Universität Kopenhagen, die an der Durchführung der Studie beteiligt war, gegenüber Videnskab.dk.

Braunes Fett verbrennt Zucker und andere Fette und kann somit auch vor Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.

Körpertemperatur besser regulieren

An der Studie nahmen 16 Probanden teil, bestehend aus 8 jungen und gesunden Männern, die regelmäßig ein Winterbad nehmen, sowie einer Kontrollgruppe von 8 jungen und gesunden Männern, die nicht winterbaden

Der überraschende Befund dabei: „Wir hatten erwartet, dass die Winterbader mehr braunes Fettgewebe haben würden als die Kontrollteilnehmer. Es stellte sich aber heraus, dass sie stattdessen ihre Körpertemperatur besser regulieren konnten“, so Schéele.

Winterbadene verbrennen mehr Kalorien

Ein großer Unterschied zwischen beiden Gruppen lag außerdem im Energieverbrauch: „Wenn wir unsere Ergebnisse aus der Zeit, in der die Teilnehmer angenehm warm waren, und aus der Zeit, in der sie froren, kombinieren, sehen wir, dass die Winterbader einen höheren Wärmeverlust haben. Daher müssen sie mehr Wärme produzieren als die Kontrollgruppe. Deshalb glauben wir, dass sie mehr Kalorien verbrennen“, erläutert Schéele.

Die Studie zeigt, dass die Regulierung der Aktivität des braunen Fettes durch das Winterbaden verändert werden kann, und es wird interessant sein zu untersuchen, ob diese Veränderungen einen Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit haben könnten.

Christian Aalkjær, Professor an der Fakultät für Biomedizin der Universität Aarhus

„Die Studie zeigt, dass die Regulierung der Aktivität des braunen Fettes durch das Winterbaden verändert werden kann, und es wird interessant sein zu untersuchen, ob diese Veränderungen einen Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit haben könnten. Aber es wäre eine enorm schwierig zu erstellende Studie“, betont Christian Aalkjær, Professor an der Fakultät für Biomedizin der Universität Aarhus, der die Studie für Videnskab.dk begutachtet hat.

Grenzen der Studie

Die Tatsache, dass die Studie aus nur 16 – ausschließlich männlichen – Teilnehmern bestand, stellt jedoch die Repräsentativität und Validität der Ergebnisse und daraus resultierenden Implikationen infrage.

Denn es ist auch möglich, dass andere Lebensstilfaktoren oder die Genetik eine Rolle bei den Ergebnissen spielen. Ein weiteres Problem ist, dass die Forscher nicht wissen, wer im Winter baden geht, was es schwierig macht, die richtige Kontrollgruppe zu finden.

Dennoch weisen die Forscher darauf hin, dass die Ergebnisse wichtige Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben könnten, da die Aktivierung des braunen Fettgewebes mit einem geringeren Risiko für eine Vielzahl von Krankheiten verbunden ist.

Mehr lesen