Grönland-Kauf

„Das muss ein Aprilscherz sein“

„Das muss ein Aprilscherz sein“

„Das muss ein Aprilscherz sein“

chu/Ritzau
Kopenhagen
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Donald Trump hat angeblich Interesse an Grönland. Foto: Scanpix

Der amerikanische US-Präsident Donald Trump interessiert sich amerikanischen Medien zufolge für einen Kauf Grönlands. Die Nachricht geht am Freitag um die Welt und hinterlässt in Dänemark Fassungslosigkeit und Schmunzeln.

Sowohl das „Wall Street Journal“ als auch die Nachrichtenagentur „AP“ haben am Freitag von Donald Trumps Interesse an Grönland berichtet. Wie die New Yorker Tageszeitung schreibt, soll er mehrfach mit seinen Beratern mehr oder weniger konkret über die Vorteile eines Kaufes der Insel gesprochen haben.

Die Reaktionen auf diese überraschende Nachricht ließen am Freitag nicht lange auf sich warten. Der ehemalige Staatsminister und Venstre-Frontmann Lars Løkke Rasmussen meldete sich in der Nacht zu Freitag per Twitter zu Wort: „Das muss ein Aprilscherz sein. Total außerhalb der Saison.“

Auch der Außen- und Grönlandsprecher der Dänischen Volkspartei, Søren Espersen, kann die vermeintlichen Pläne des US-Präsidenten nicht ganz für voll nehmen. „Wenn das stimmt, dass er mit dem Gedanken spielt, dann ist das der endgültige Beweis dafür, dass er wahnsinnig geworden ist. Ich sage es, wie es ist: Der Gedanke daran, dass Dänemark 50.000 Staatsbürger an die USA verkaufen könnte, ist vollkommen wahnsinnig“, sagt er der Nachrichtenagentur Ritzau.

USA hatte zuvor bereits Interesse an Grönland

Im Hinblick auf den Besuch des Präsidenten Anfang September sei diese Idee „nichts, was diskutiert werden muss“. Stattdessen sorge er sich um den mentalen Zustand des US-Oberhauptes, so Espersen weiter.

Das grönländische Folketings-Mitglied Aaja Chemnitz Larsen ist ebenfalls nicht begeistert von der Hiobsbotschaft des „Wall Street Journal“, auch wenn die Geschichte bislang weder von Donald Trump noch vom Weißen Haus kommentiert oder bestätigt wurde.

„Ich sage dazu, dass die Amerikaner Grönland von Dänemark kaufen wollen: nein danke. Ich würde es lieber sehen, wenn die Beziehung zwischen Grönland und Dänemark gestärkt würde“, sagte sie der Nachrichtenagentur.

Sie verweist aber auch darauf, dass es nicht das erste Mal sei, dass die USA Grönland kaufen möchten. Bereits 1946 habe der damalige Präsident der USA, Harry S. Truman, 100 Millionen Dollar für die Insel geboten.

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