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Morde in Norwegen: Polizei will eigenen Einsatz untersuchen

Morde in Norwegen: Polizei will eigenen Einsatz untersuchen

Morde in Norwegen: Polizei will eigenen Einsatz untersuchen

dodo/Ritzau
Kongsberg
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Am Marktplatz in Kongsberg haben Menschen Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet, um der Opfer zu gedenken. Foto: Terje Bendiksby/Ritzau Scanpix

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Nach Angaben des Polizeichefs könnte es Anlass zu Ermittlungen bei der Polizei geben, da die Morde möglicherweise nach dem Eintreffen der Polizei geschahen.

Die norwegische Polizei erwägt, im Zusammenhang mit den fünf Morden in Kongsberg den Einsatz seiner eigenen Beamten zu untersuchen.

Es könne nötig sein, das Vorgehen der Polizei unter die Lupe zu nehmen, da die fünf Morde offenbar geschahen, nachdem die Kräfte vor Ort waren, sagte Polizeichef Ole Bredrup Sæverud der Tageszeitung „VG“.

„Wenn die vorliegenden Informationen darauf hindeuten, dass eine Grundlage für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen uns besteht, werden wir den Fall an die Sondereinheit weiterleiten“, sagte der Polizeichef.

Warnschüsse werden untersucht

Im Zusammenhang mit der Festnahme des Täters gab die Polizei Warnschüsse ab. Dies allein führt dazu, dass eine Untersuchung eingeleitet wird.

„Wir haben die Informationen weitergegeben, die die Ermittler benötigen. Nun liegt ist es an den Leuten dort zu beurteilen, ob es eine Grundlage für eine Untersuchung gibt“, so Bredrup Sæverud.

Bürgermeisterin fordert Zusammenhalt

Die Bürgermeisterin von Kongsberg rief nach einer Krisensitzung am Freitag zum Zusammenhalt auf.

„Wir müssen aufeinander aufpassen. Wir können in dieser Situation noch viel mehr tun – wir können zum Telefon greifen und auf eine Tasse Kaffee oder ein Abendessen einladen und über die Dinge reden“, sagte sie.

Am Freitagnachmittag werden der neue Regierungschef Jonas Gahr Støre und seine Justizministerin Emilie Enger Mehl Kongsberg besuchen.

Attentäter für vier Wochen in Untersuchungshaft

Der mutmaßliche Attentäter, der Däne Espen Andersen Bråthen, ist am Freitag vorerst zu einer vierwöchigen Untersuchungshaft verurteilt worden. Die ersten zwei Wochen davon muss er in Isolationshaft verbringen.

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