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Gemeinsam gegen den Coronavirus: EU-Gesundheitsminister treffen sich in Brüssel

Gemeinsam gegen den Coronavirus: EU-Gesundheitsminister treffen sich in Brüssel

EU-Gesundheitsminister treffen sich in Brüssel

Ritzau/kj
Brüssel
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Alle EU-Länder müssen ihre Bemühungen gegen die Übertragung von Coronaviren besser koordinieren. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Die EU-Gesundheitsminister haben Empfehlungen zur Eindämmung der Coronavirus-Infektion in der EU verabschiedet.

Bei einem dringenden Treffen in Brüssel am Donnerstag einigten sich die EU-Gesundheitsminister darauf, die koordinierten Bemühungen zur Eindämmung der Coronavirus-Infektion zu verstärken. Dies bedeutet, dass die EU-Länder und europäischen Institutionen, die an der Eindämmung der Infektion arbeiten, noch enger zusammenarbeiten müssen.

Italien schränkt Flüge nach China ein

Nach dem Treffen in Brüssel sagte Magnus Heunicke (Soz.), dänischer Gesundheitsminister, gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau: „Dies ist eine außergewöhnliche Situation, die wir sehr ernst nehmen. Es bedarf einer guten Koordination, damit alle Länder über die notwendige Ausrüstung verfügen und wir noch enger zusammenarbeiten", sagt er.

Italien hat als einziges Land in der EU beschlossen, Flüge von China in das Land generell einzugrenzen. Laut Magnus Heunicke wurde auf dem Treffen jedoch nicht über die Eingrenzung von Flügen in der gesamten EU gesprochen.

WHO rät davon ab

„Wir folgen dem Rat der WHO und der Institutionen. Es wäre eine ernste Situation, wenn die EU den gesamten Flugverkehr nach China einstellen würde. Davon raten die Gesundheitsbehörden ab, weil es weitaus schlimmere Folgen haben kann. Nur Italien hat sich dafür entschieden. Wir werden nicht über das Notwendige hinausgehen. Aber wir sind immer bereit, Maßnahmen anzupassen“, sagt Heunicke.

Dänemark gut aufgestellt

Laut Magnus Heunicke wird Dänemark den auf dem Treffen ausgearbeiteten Empfehlungen bereits gerecht. Dazu gehört unter anderem, medizinische Test, wie man eine Infektion erkennt und wie man mit möglicherweise infizierten Personen umgehen muss.

Der Ausbruch des Coronavirus begann im Dezember und konzentriert sich auf die chinesische Provinz Hubei. In der Nacht zum Donnerstag berichteten die chinesischen Gesundheitsbehörden, dass 14.840 neue Infektionsfälle registriert wurden. Laut einer Aussage der John Hopkins University in Baltimore, USA, stieg die Zahl der Infizierten von etwa 45.000 auf über 60.000 Fälle. An einem Tag wurden nie mehr als 5.000 Fälle registriert.

Bisher 1.369 Todesfälle

Gleichzeitig berichtete China am selben Tag von 242 Todesfällen. Dies ist das erste Mal, dass über 200 Personen am selben Tag gestorben sind. Dies erhöht die Zahl der Todesopfer laut John Hopkins Aussagen auf 1.369.

Neben China ist das Coronavirus in 27 weiteren Ländern registriert, darunter Thailand, Japan, Australien, Deutschland, USA, Frankreich, Kanada, Italien, Spanien und Schweden.

In Dänemark wurden noch keine Fälle registriert. Es wurden jedoch mehrere Personen auf Symptome des Virus getestet. Alle Testergebnisse waren negativ.

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